Sabrina

Sabrina

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Die Tochter des Chauffeurs

Wenn die schwerreiche Familie Larrabee auf ihrem wunderschönen Anwesen auf Long Island eines ihrer stilvollen Feste für die High Society gibt, beobachtet die junge Sabrina Fairchild (Julia Ormond) von einem Baum aus nur allzu gern das prächtige Szenario – und vor allem David (Greg Kinnear), den jüngeren der beiden Brüder Larrabee. Denn seit sie denken kann, ist die schüchterne Tochter des Chauffeurs unbeirrbar in den windigen Frauenhelden verliebt, dessen Eroberungsstrategien sie bis in die pikanten Details hinein mitverfolgen kann. Während David sich auf gesellschaftlichem Terrain und dahinter austobt, führt überwiegend sein älterer Bruder Linus (Harrison Ford) die Geschäfte, für den die prunkvollen Feierlichkeiten nur den Zweck erfüllen, wichtige Verhandlungen in angenehmer Atmosphäre fortzuführen.
Sabrinas fürsorglicher, gebildeter Vater (John Wood), mit dem sie seit dem frühen Tod der Mutter ein besonders herzliches Verhältnis verbindet und gemeinsam mit dem übrigen Hauspersonal auf dem Anwesen der Larrabees lebt, organisiert einen Auslandsaufenthalt für seine Tochter in Paris, nicht zuletzt mit dem Hintergedanken, dass die junge Frau dort ihre Schwärmerei für David ablegen wird. Am Abend vor ihrer Abreise nimmt Sabrina dann ihren ganzen Mut zusammen, um David ihre Liebe zu gestehen, doch irrtümlicherweise gerät sie dabei an Linus, der gerade im Zimmer seines Bruders weilt und auf dieses Geständnis mit ironischer Gelassenheit reagiert, wie es seine Art ist. Und so reist Sabrina am folgenden Morgen nach Europa ab, wo sie fernab von zu Hause nach einigen Startschwierigkeiten eine wunderbare Zeit verlebt und neben anderen Fähigkeiten eine gute Portion Selbstvertrauen erwirbt.

Wie es das Schicksal will, trifft die erblühte und um einiges gereifte junge Frau nach ihrer Rückkehr aus Paris prompt zuerst auf David Larrabee, dessen Allmacht in ihren Gedanken mit der Distanz gehörig zu bröckeln begann. Der selbstverliebte Beau reagiert auch sofort engagiert auf ihre frische Schönheit, allerdings ohne Sabrina wiederzuerkennen. Als er sie zum nächsten Fest auf dem Familiensitz einlädt, geht damit für Sabrina ein lang gehegter Traum in Erfüllung, doch die romantische Situation entbehrt einer gewissen Komik nicht, denn David bedient sich noch immer seiner allzu häufig erprobten Eroberungsstrategie, die Sabrina bereits etliche Male beobachtet hat. Zudem ist sein Bruder Linus darauf erpicht, die beiden nicht zu innig werden zu lassen, da David mit der hübschen Elizabeth (Lauren Holly) verlobt ist – eine Verbindung, die sich äußerst günstig auf die Familiengeschäfte auswirken würde. So bemüht sich Linus darum, so viel Zeit wie möglich allein mit Sabrina zu verbringen, was für alle Beteiligten nicht ohne Folgen bleibt …

Basierend auf dem Theaterstück Sabrina Fair. Or, A woman of the world. A romantic comedy / Sabrina. Komödie in vier Akten von Samuel A. Taylor stellt Sabrina von Sydney Pollack eine modernisierte Neuverfilmung dieser romantischen Geschichte aus dem Jahre 1995 dar, die bereits 1954 von Billy Wilder mit Audrey Hepburn und Humphrey Bogart in den Hauptrollen inszeniert und unter anderem mit einem Oscar für das Beste Kostümdesign sowie einem Golden Globe für das Beste Drehbuch von Samuel A. Taylor, Billy Wilder und Ernest Lehman ausgezeichnet wurde. Auch das Remake war zweifach in der Kategorie Musik für den Oscar und dreifach für den Golden Globe nominiert. Im Gegensatz zum schwarzweißen Original schlägt Sydney Pollacks Sabrina einen deutlich leichteren Unterhaltungston an und gestaltet sich insgesamt mit einigen Längen allzu populär, wobei das Bemühen deutlich wird, eine modernisierte Form der Geschichte als romantisches Märchen zu realisieren. Das ist mitunter nett anzuschauen, doch für einen über zweistündigen Film von Sydney Pollack, der ganz hervorragende Werke gedreht hat, fällt Sabrina dann doch überwiegend enttäuschend aus.

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Wenn die schwerreiche Familie Larrabee auf ihrem wunderschönen Anwesen auf Long Island eines ihrer stilvollen Feste für die High Society gibt, beobachtet die junge Sabrina Fairchild (Julia Ormond) von einem Baum aus nur allzu gern das prächtige Szenario – und vor allem David (Greg Kinnear), den jüngeren der beiden Brüder Larrabee.
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