Revolver

Revolver

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Auf dem Weg wohin?

Ach Mensch, Guy. Du warst mal ein echter Star unter den Regisseuren. Nach Bube, Dame, König, Gras als Wunderkind gehandelt, legte er mit Snatch einen modernen Klassiker hin. Unter anderem brachte selbiger Film nicht nur Jason Statham groß raus, sondern präsentierte einen Weltstar (Brad Pitt, Fight Club, Troja) mit ausgeprägtem Mut zur Hässlichkeit.
Ritchies Hang zu schrägen Figuren und nicht gerade salonfähiger Gewalt, lies die Erwartungen in die Höhe rauschen. So muss sich Tarantino nach Pulp Fiction und vor Jackie Brown gefühlt haben. Hinzu kam noch, dass Guy Ritchie mit der Hauptdarstellerin seines nächsten Projekts, Madonna, zusammen kam. Seltsamerweise ging es ab diesem Punkt mit Ritchies Karriere bergab: Swept Away – Stürmische Liebe wurde zum Hochglanz-Desaster und Kritiker wie Kinogänger hassten den Film von ganzem Herzen. Mit Revolver schließt Ritchie nun zu seinen "Große Jungs machen böse Dinge"-Filmen auf. Doch so richtig weiß Autor und Regisseur Ritchie nicht, was genau er erzählen will. Revolver wirkt gewollt vertrackt, gezwungen trendy. Natürlich strahlt Jason Statham (Death Race) noch immer mehr Coolness aus, als zehn Jason Bournes zusammen, doch verlässt sich sein Regisseur zu sehr auf dieses Attribut. Revolver ist verdammt cool und stylisch, als Erzählkino jedoch knapp Durchschnitt.

Jake Green (Statham) kommt frisch aus dem Knast. Sieben Jahre hat er gesessen und dabei von einem Zellengenossen alles übers Glücksspiel gelernt. Doch bei seinen Abzockertouren durch allerlei rauchige Hinterzimmer, zieht er den Falschen über den Tisch. Unterweltkönig Macha (Ray Liotta, Schwerter des Königs) wird von Green so dermaßen gedemütigt, dass der plant, ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Der Killer, der diesen Job ausführen soll, baut jedoch Mist, da er gerade Gewissensbisse hat und mit dem Leben hadert. Zudem tauchen noch die Geldeintreiber Avi (André Benjamin) und Zack (Vincent Pastore) auf, die an Green interessiert sind. Was bleibt Green anderes übrig, als sich zu arrangieren.

Nüchtern betrachtet hat Revolver ein Zuviel an Story und ist nicht konsequent genug, teils viel zu verkopft. Neben wirklich gelungenen Episoden, gibt es immer wieder welche, die nicht funktionieren wollen bzw. nicht wirklich zünden. Zudem nervt auf die Dauer der innere Monolog des Hauptakteurs.

Das klingt jetzt alles furchtbar negativ, doch Revolver wird sicher auch genug Freunde finden, die zwischen den Zeilen fündig werden. Guy Ritchie ist auf dem richtigen Weg, dass ist sicher. Und wenn sein nächster Film Rock N Rolla wirklich so gut ist, wie dem Rezensenten zu Ohren getragen wurde, spielt Ritchie bald wieder in der oberen Liga mit, das alte Wunderkind...

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Ach Mensch, Guy. Du warst mal ein echter Star unter den Regisseuren. Nach Bube, Dame, König, Gras als Wunderkind gehandelt, legte er mit Snatch einen modernen Klassiker hin.
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