Renaissance

Renaissance

Eine Filmkritik von Jean Lüdeke

Paris 2054

Paris im Jahr 2054: Der Grosskonzern Avalon hat die Stadt mit omnipräsenten Videokameras völlig unter Kontrolle. Als eine der Wissenschaftlerinnen des Konzerns, die ebenso geniale wie gut aussehende Olina Tasuiev, entführt wird, beginnt eine fieberhafte Suche nach der jungen Frau. Vor ihrem Verschwinden war sie einem Geheimnis auf der Spur, das die Zukunft der Menschheit für immer verändern könnte - zum Guten oder zum Schlechten. Der ehrenhafte aber umstrittene Cop Karas wird mit der Ermittlung im Fall Tasuiev beauftragt. Als er Ilonas schöne Schwester Bislane kennen lernt, wird der Fall immer komplizierter.
Allzu gern wird Renaissance mit Animationsfilmen wie Sin City und Blade Runner verglichen. Wie bei diesen Vorbildern überstrahlen auch hier die spektakulären Bilder jederzeit die eher simple Detektiv-Romanze. Wer allerdings bislang fälschlich dachte, Blade Runner sei die originellste Inkarnation des "Tech Noir", Sin City das Nonplusultra einer in Extremkontrasten festgehaltenen Black-and-White-Bilderflut vom Leben und Sterben im verruchten Großstadt-Moloch und Fritz Langs berühmt-berüchtigtes Metropolis für uns nicht mehr neu zu erfinden, dem sei zu einem Blick auf dieses kleine Wunderwerk von Christian Volckman geraten. Anders als andere hoch gelobte Animationswunder wie Casshern oder der infantile The Polar Express, trifft diese beeindruckende Verschmelzung von Animation und Live-Action einen besonderen Nerv. Hier stehen sich kreative Vision, Lust am Erzählen und unbedingte Stilsucht nicht im Weg, sondern bedingen einander und erwirken eben genau die angestrebte innovative Qualität, die wirklich Erstaunen auslöst.

Obendrein bereichern extraordinäre Spielzeuge wie Hologramm-Ausweise und Unsichtbarkeits-Uniformen oder virtuelle Gefängnisse Renaissance um weitere interessante Aspekte. Die Architektur des zukünftigen Paris strahlt eine immense futuristische Eleganz aus. Kurz gesagt: Man kann sich an der Seine-Metropole gar nicht satt sehen, mag die Story auch ein wenig zu simpel gestrickt sein.

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Paris im Jahr 2054: Der Grosskonzern Avalon hat die Stadt mit omnipräsenten Videokameras völlig unter Kontrolle.
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