Red Dog

Red Dog

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Manchmal ist es der Hund, der sich sein Herrchen aussucht

Dies ist die wahre Geschichte von Red Dog, einem rothaarigen Hund, der in Australien zur Legende wurde. Red Dog gehörte niemandem, aber er war allen ein Freund. In einer Minenarbeiterstadt im Outback war er bei jedem gern gesehen, aber sein Herrchen suchte er sich selbst aus: den Busfahrer John. Berühmt wurde Red Dog als Rumtreiber, der über Tausende Kilometer durch ganz Australien wanderte (oder auch als Anhalter mitfuhr).
Natürlich nimmt sich der Film Freiheiten, aber Red Dog erzählt eine sehr bewegende Geschichte. Der Einstieg ist dabei vielleicht nicht besonders leicht, denn in den ersten 15 bis 20 Minuten passiert nicht viel. Das ergibt sich durch das Erzählformat mit der Rahmenhandlung, in der einem Neuankömmling die legendäre Geschichte von Red Dog erzählt wird. Hundeliebhaber werden den Anfang aber auch zu schätzen wissen, schon alleine deswegen, weil der Hund Koko exzellent spielt und die Gefühlsklaviatur perfekt bedient.

Faszinierend an Red Dog ist, wie einer seiner Freunde auch so treffend ausdrückt, nicht das, was er gemacht hat, sondern wer er war. Im Film wird der Hund fast mythisch überhöht. Er versteht, was die Menschen sagen und wollen. Dabei verfällt der Film aber nie ins Phantastische. Dies ist nicht die Geschichte eines sprechenden Hundes oder etwas in der Art. Es ist die Geschichte eines Tieres, das ausgesprochen sozial war, und das seinem Herrn gegenüber eine Loyalität empfand, die ihresgleichen sucht.

Die zweite Hälfte des Films geht zu Herzen. Was Red Dog erlebt und warum er sich auf eine Reise von mehreren tausend Meilen begibt, trifft genau ins Herz. Red Dog ist ein amüsanter, ein lustiger, aber nie ein übertriebener Film. Der Humor ist eher zarter Natur, wirkt dafür aber umso realistischer. Die Produktion erzählt eine australische Geschichte, die nicht versucht, sich an den Rest der Welt anzubiedern. Es gibt natürlich die grandiosen Aufnahmen der endlosen Weite, aber auch die dazu im Kontrast stehende verspielte Musik, die das Geschehen untermalt. Und einen Hund, wie er für Australien charakteristisch ist. Natürlich ist der Hund der wahre Star von Red Dog. Das war auch den Schauspielern bewusst, denn niemand versucht, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Es ist Red Dogs Geschichte, alle anderen sind nur Staffage – und obwohl sie von Menschen erzählt wird, hat man doch das Gefühl, das Geschehen aus dem Blickwinkel des Hundes zu sehen.

Das Bemerkenswerte an der Geschichte von Red Dog ist eigentlich, wie wichtig dieser Hund für eine ganze Gemeinde war, wie er sie in harter Umgebung und schwierigen Zeiten zusammengeschweißt hat, indem er von einem Mann zum nächsten, von einer Familie zur nächsten ging, ein paar Tage dort verbrachte und dann die nächsten Menschen glücklich machte.

Red Dog war ein bemerkenswertes, ganz besonderes Tier, das eine Entscheidung traf, die selbst die wenigsten Menschen wagen würden. Er fing an, zu laufen – immer weiter und wieder zurück nach Hause. Red Dog ist, wenn man so will, der Forrest Gump unter den Hunden – nur irgendwie ein bisschen intelligenter als der Mann mit der Pralinenschachtel.

Red Dog

Dies ist die wahre Geschichte von Red Dog, einem rothaarigen Hund, der in Australien zur Legende wurde. Red Dog gehörte niemandem, aber er war allen ein Freund. In einer Minenarbeiterstadt im Outback war er bei jedem gern gesehen, aber sein Herrchen suchte er sich selbst aus: den Busfahrer John. Berühmt wurde Red Dog als Rumtreiber, der über Tausende Kilometer durch ganz Australien wanderte (oder auch als Anhalter mitfuhr).
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