Razorback

Razorback

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Outback-Horror

Russell Mulcahy, Regisseur von zig Musikvideos für u.a. für Talk Talk, Elton John, Duran Duran, Def Leppard und AC/DC, legte mit Razorback 1984 sein Kinodebüt hin. Zwei Jahre darauf folgten mit dem Kultfilm Highlander der internationale Durchbruch und gleichzeitig der Höhepunkt seiner Karriere. Bei Highlander II legte er sich mit den Produzenten an – und mit dem Film auf die Nase. Was folgte war Fernsehstangenware und Direct-to-video-Ramsch. Mit Resident Evil – Extinction könnte er 2007 endlich wieder durchstarten.
Im australischen Outpack liegt das Kaff Gamulla, das vom Jagen und zu Hundefutter verarbeiten von Kängurus lebt. Hier verschwindet eines Nachts die Reporterin Beth Winters (Judy Morris), nachdem die zwei schmierigen Betreiber der hiesigen Fleischfabrik, Benny und Dicko Baker, sich über sie hergemacht haben. Ihr Mann Carl (Gregory Harrison) fliegt ein und macht sich auf die Suche nach seiner Frau — und sticht dabei in ein Wespennest. Denn hier draußen, in der Einöde, lauert eine gewaltige Gefahr, vor der sogar Perverslinge wie die Baker Brüder Schiss haben: Ein riesiges Wildschwein, groß wie ein Nashorn und stark wie ein Elefant. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne nennenswerte Feinde, macht dieser Razorback alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt und frisst seine Opfer bei lebendigem Leib auf. Mit dem Farmer Jack Cullum (Bill Kerr) und der Forscherin Sarah (Arkie Whiteley) nimmt Carl den Kampf gegen den Kollos aus der Hölle auf…

Wow, was für ein Einstand, was für ein Film! Vom großartigen Dean Semler (The Alamo, Der mit dem Wolf tanzt) in berauschende, schmutzig-rote Cinemascope-Bilder gepackt, fackelt Russell Mulcahy ein wahres Feuerwerk an Action und wahnwitzigen Sperenzchen ab. Nicht umsonst erinnern viele Szenen an Momente aus Mad Max 2, hat Dean Semler doch auch für eben diesen (und ein Jahr später auch für Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel) die Kamera gemacht.

Es fällt auch nicht weiter ins Gewicht, dass manche Szenen 1:1 aus dem Weißen Hai kopiert scheinen. Dafür hat eben James Cameron sein Finale aus Terminator 2 zu großen Teilen aus dem Showdown von Razorback entliehen. Hervorheben sollte man noch die surreale Traumsequenz, in der Carl durch die flirrende Einöde taumelt und völlig abgepfiffene Visionen hat und bizarre Geräusche hört.

Die Doppel-DVD ist prächtig mit einem 70minütigen Making of bestückt, einer unterhaltsamen Trailer-Show, sowie vier Deleted-Scenes, die im Grunde nur erweiterte Gewaltexzesse beinhalten und Gore-Fans besonders erfreuen dürften. Bild und Ton sind tadellos. Dazu gibt es ein feines Booklet. Großes Kino, ohne Frage.

Razorback

Russell Mulcahy, Regisseur von zig Musikvideos für u.a. für Talk Talk, Elton John, Duran Duran, Def Leppard und AC/DC, legte mit Razorback 1984 sein Kinodebüt hin.
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