Rambo

Rambo

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Die Geburt eines Helden

Da veröffentlicht ein aus Kanada stammender Professor für Amerikanische Literatur 1972 seinen ersten Roman, und zehn Jahre später avanciert die spannungs- und aktionsreiche Geschichte über einen tragischen Helden im einsamen Kampf gegen einen ganzen Polizei-Apparat als Kinofilm zu einem Genre-Klassiker, dessen internationaler Titel längst zur klingenden Bezeichnung für einschlägige Typen und Typologien erhoben wurde: Die Rede ist von Rambo nach dem Roman First Blood von David Morrell, einem der erfolgreichsten Filme der frühen 1980er Jahre, dessen Ruf und Ruhm nicht zuletzt durch seine kontroverse Rezeption bei Fans wie Verächtern begründet wurde.
Nicht nur, dass er aus fadenscheiniger Willkür des Kleinstadt-Sheriffs (Brian Dennehy) aus dem Ort verwiesen wird, wo er lediglich etwas essen will, sondern der innerlich gebrochene Vietnamveteran John J. Rambo (Sylvester Stallone), der gerade vom Tod eines einstigen Kriegskameraden erfuhr, wird schließlich auch noch als vermeintlicher Landstreicher eingebuchtet und brutal schikaniert. Aufgestört in seinen ohnehin desolaten Befindlichkeiten flüchtet der ehemalige Elite-Soldat in die gebirgige Umgebung, wo er gejagt von der Polizei und umlauert von einer Medien-Meute noch einmal all seine Kampf-Kräfte mobilisiert und mit mörderischem Kalkül Mann für Mann eliminiert …

Betrachtet man dreißig Jahre nach seiner Premiere diesen packend inszenierten Film unter der Regie von Ted Kotcheff mit der atmosphärisch aufwühlenden Filmmusik des großartigen Jerry Goldsmith, so spiegelt Rambo auf signifikante Weise den erstarkenden Zustand der US-amerikanischen Gesellschaft in Bezug auf die Vietnam-Traumata während der ersten Phase der Regierungszeit Ronald Reagans wider, der in einer Rede sogar auf den Film referiert, den „Spirit of Rambo“ als förderlich für einen Sieg beschwörend. Ob aus Vorliebe für Action- oder Vietnamfilme, aus filmhistorischem oder sozialpolitischem Interesse – Rambo ist aus vielerlei Gründen nach wie vor ein sehenswerter Film mit zahlreichen inhärenten, wie aus seiner Rezeption enstandenen Interpretationsfacetten zum Verständnis eines US-amerikanischen Patriotismus, der sich seinerzeit kräftig an den Auswüchsen der populären „Rambo-Manie“ mit ihrer protzigen bis prächtigen Palette an Merchandising-Produkten bedient hat.

Rambo

Da veröffentlicht ein aus Kanada stammender Professor für Amerikanische Literatur 1972 seinen ersten Roman, und zehn Jahre später avanciert die spannungs- und aktionsreiche Geschichte über einen tragischen Helden im einsamen Kampf gegen einen ganzen Polizei-Apparat als Kinofilm zu einem Genre-Klassiker, dessen internationaler Titel längst zur klingenden Bezeichnung für einschlägige Typen und Typologien erhoben wurde.
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Meinungen
Uli G. · 23.10.2012

Ich glaube ja eher, dass Ronald Reagan sich auf den 2. Teil bezogen haben wird, da der erste doch mehr ernsthaft und kritisch ist. Erst ab in Teil 2 und 3 geht es in die unkritische und patriotische Ecke. Dies wird oft völlig verkannt. Nicht umsonst heißt der erste Teil "First Blood" und John Rambo stirbt im Buch.

Kommentare

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