Pusher (2012)

Pusher (2012)

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Version 2.0

Nicolas Winding Refns Originalfilm aus dem Jahr 1996 ist ein moderner Klassiker des Crime-Films. Mit Pusher schuf er einen grimmigen, authentisch anmutenden, dreckigen kleinen Streifen, der auch heutzutage von seiner rohen Kraft noch nichts verloren hat. Ein Remake hat es da schwer – umso mehr, wenn es sich lediglich als Kopie des Originals darstellt.
Frank steht auf der Schattenseite des Lebens. Nach einem geplatzten Drogendeal steht er vor einem riesigen Problem: Keine Kohle und nur ein paar Tage Zeit, um 55.000 Pfund aufzutreiben. Denn Gangster-Boss Milo will sein Geld wiederhaben. Wenn Frank ihn nicht bezahlen kann, wird er ein schmerzhaftes Ende nehmen. Aber Frank läuft die Zeit davon – und was auch immer er unternimmt, alles steuert auf das große Scheitern zu.

Beim britischen Remake wird Refn als ausführender Produzent genannt. Am Film selbst dürfte er kaum beteiligt gewesen sein. Es wäre auch Zeitverschwendung gewesen, ist Matthew Reads Skript doch wenig mehr als die Arbeit eines Kopisten. Selbst in der Umsetzung des Skripts stellt sich das Gefühl ein, alles schon mal gesehen zu haben. Da ist es wenig hilfreich, dass mit Zlatko Buric auch noch derselbe Schauspieler verpflichtet wurde, der schon in der dänischen Pusher-Trilogie Gangster-Boss Milo darstellte. Der Kroate ist in der Rolle großartig. Darum wollte ihn wohl auch Luis Prieto für sein Remake. Aber dabei übersieht er geflissentlich, dass er seinen Film dadurch angreifbarer macht, da die Existenzberechtigung des Remakes damit natürlich auch unterminiert wird.

Würde man das dänische Original nicht kennen, wäre der neue Pusher ein großartiger Film. So ist er „nur“ ein guter Film, der schlicht und ergreifend darunter leidet, dass man ihn schon gesehen hat. Deutliche Veränderungen in der Geschichte hätten hier Wunder wirken können, denn die technische Umsetzung ist niveauvoll. Prietos Film ist hochenergetisch, rasant, ja, sogar kernig. Die Schauspieler wissen, was sie tun. Richard Coyle ist ein würdiger Ersatz für Kim Bodnia. Nur auf den Film bezogen gibt es wenig, was man ihm ankreiden könnte. Aber letzten Endes ist das alles nur Leichenfledderei.

Pusher (2012)

Nicolas Winding Refns Originalfilm aus dem Jahr 1996 ist ein moderner Klassiker des Crime-Films. Mit „Pusher“ schuf er einen grimmigen, authentisch anmutenden, dreckigen kleinen Streifen, der auch heutzutage von seiner rohen Kraft noch nichts verloren hat. Ein Remake hat es da schwer – umso mehr, wenn es sich lediglich als Kopie des Originals darstellt.
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