Prêt-à-Porter

Prêt-à-Porter

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Mehr Schein als Sein

Robert Altmans großer Modefilm Prêt-à-Porter wurde schon bei seiner Uraufführung Anfang der 90er eher als lose Aneinanderreihung diverser Episoden und Schaulaufen Dutzender Film- und Modestars angesehen. Eine Art Short Cuts im Modeuniversum. Mit dem Abstand von gut 15 Jahren wird deutlich, dass er tatsächlich nicht viel mehr ist.

In Paris treffen sich alljährlich die Schönen und Reichen zum großen Modegelage. Designer, Berühmtheiten, Reporter, Models und Strippenzieher geben sich die Klinke in die Hand. Geht es vor den Kameras und Mikrofonen nur um Schein und Sein, wird schnell klar, dass es im Hintergrund nur um Macht, Erfolg und Sex geht.

Ein, zwei richtige Handlungsfäden gibt es nur bedingt: Reporterin Kitty Potter (Kim Basinger) berichtet von den Modeschauen, befragt penetrant die Designer und merkt dabei gar nicht, dass sie einen gewaltigen Teil mit zum Tohuwabohu beiträgt. Dann stirbt Modepapst Olivier de la Fontaine und löst eine Lawine von Chaos aus. Außerdem gibt es da noch den gelangweilten Starfotografen Milo O'Brannigan (Stephen Rea), den alle umschmeicheln und exklusiv an sich binden wollen. Abseits dessen treibt es jeder mit jedem, betrügt jeder jeden und alles lästert über den Rest...

Prêt-à-Porter ist schlecht gealtert, was auch – logisch – an der Mode liegt. Das ist schade, zumal man eine bissige Farce über den Glamour und den süßen Schein der Modewelt präsentiert bekommt. Leider hat sich Starregisseur Robert Altman übernommen, hat er doch gut 40 schillernde Charaktere in gut zwei Stunden zu quetschen. Bei den meisten reicht es so gerade einmal zum kurzen Stelldichein. Natürlich ist Altman Profi genug, um den kleinen Mikrokosmos am Leben zu erhalten. Doch mancher Running Gag (zum Beispiel die allgegenwärtige Hundescheiße) läuft irgendwann ins Leere. Lustig ist dann wieder, das diverse Designer neben ihren angehimmelten Partnern (natürlich schwul und tuckig) auch diverse Affären mit der Konkurrenz laufen haben.

Fans von Sophie Loren, Marcello Mastroianni, Julia Roberts, Kim Basinger und Lauren Bacall sollten Prêt-à-Porter dennoch gesehen haben. Trotz der Mängel bleibt Prêt-à-Porter ein unterhaltsamer, bissiger Film über die Scheinwelt der dekadenten Modeindustrie. Ein Update in Form von Prêt-à-Porter Teil 2 wäre sicher interessant.
 

Prêt-à-Porter

Robert Altmans großer Modefilm Prêt-à-Porter wurde schon bei seiner Uraufführung Anfang der 90er eher als lose Aneinanderreihung diverser Episoden und Schaulaufen Dutzender Film- und Modestars angesehen.

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