Plush

Plush

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Verführerisch

Catherine Hardwicke hat mit Plush einen Film abgeliefert, der zwischen allen Stühlen sitzt. Er folgt einer recht vorhersehbaren Thriller-Handlung, deren Twist am Ende auch nicht überraschend ist, verweigert sich über große Teilen hinweg aber der Bildung von Suspense. Das mag eine bewusste Entscheidung gewesen sein, macht den Film aber vor allem in der ersten Hälfte zur Geduldsprobe.
Nach dem Tod ihres Bruders versucht Hayley (Emily Browning) mit ihrer Band ein Comeback, die Songs, die sich hauptsächlich um ihren Bruder drehen, kommen jedoch nicht gut an. Ihr neuer Gitarrist Enzo (Xavier Samuel) ermutigt sie, gänzlich neue Songs zu schreiben. Zugleich kommt er, der ihrem Bruder so ähnlich ist, ihr immer näher. Beide beginnen eine Affäre, über die Hayley auch ihren Ehemann Carter (Cam Gigandet) vernachlässigt. Sie erkennt jedoch nicht, dass sie in Gefahr ist, aber wer ist es wirklich, der hinter ihr her ist?

Wüsste man nicht, dass es sich bei Plush um einen Thriller handeln soll, man käme anfangs gar nicht darauf – abgesehen von der Eingangssequenz, die im weiteren Verlauf des Films noch Bedeutung erlangt. Zuvor gestaltet sich der Film eher wie ein nur halbwegs inspiriertes Drama, das insofern funktioniert, weil Hardwicke sich hier in ihrem Element fühlt. Immerhin schafft sie es aber auch, mit winzigen Details ein Gefühl der Verstörung zu erzeugen. Man glaubt, ein Drama zu sehen, der Eindruck, dass mehr dahinter steckt, ist aber stets präsent. Unterstützt wird dies dadurch, dass Enzo wie der Zwilling von Hayleys Bruder erscheint, was der Beziehung zwischen den beiden ein krankes Flair verleiht.

Man muss wahrlich kein Genie sein, um zu erkennen, in welche Richtung sich der Film danach bewegt. Er folgt den üblichen Pfaden eines Stalker-Thrillers, wobei zumindest interessant ist, wie Hardwicke technisch den Erzählwechsel vollzieht. Die Kamera wird fahriger, die Sättigung der Farben kühler – es ist fast so, als würde man mit Beginn der zweiten Hälfte einen gänzlich anderen Film sehen.

Plush ist in sich uneins, lebt aber von seiner verdrehten Atmosphäre und dem Punk-Rock-Vibe, der aus allen Poren austritt. Kein Film für jeden, aber mit herrlich verdrehter Stimmung – und einem Soundtrack, der der eigentliche Star des Films ist.

Plush

Catherine Hardwicke hat mit „Plush“ einen Film abgeliefert, der zwischen allen Stühlen sitzt. Er folgt einer recht vorhersehbaren Thriller-Handlung, deren Twist am Ende auch nicht überraschend ist, verweigert sich über große Teilen hinweg aber der Bildung von Suspense. Das mag eine bewusste Entscheidung gewesen sein, macht den Film aber vor allem in der ersten Hälfte zur Geduldsprobe.
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