Planet USA (Special Edition)

Planet USA (Special Edition)

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Der erste Furz auf dem Mond

„Das da unten ist Afghanistan, die Hauptstadt von Chile.“ – Wer da verdutzt mit den Ohren schlackert, dem ist wohl nicht bewusst, was für eine Art Film sich mit Planet USA in den DVD- bzw. Blu-ray-Player verirrt hat. Was hier geboten wird, spottet jeder Beschreibung – aber auf positive Art und Weise. Einen solchen Actionfilm, noch dazu aus Österreich, hat man sicherlich noch nie gesehen.
Das Erdöl wird knapp, die Konflikte auf der Welt eskalieren immer mehr, weswegen der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten den patriotischen, fähigen, aber hochgradig irren Major George Conrad losschickt, um mit einer irren Elite-Truppe zum Mond zu fliegen und dort nach Öl zu suchen. Finanziers der Mission sind zwei Scheichs, die sich als Freunde der USA ausgeben, aber eigene, sehr schäbige Pläne verfolgen.

Keine Frage, Planet USA ist Quatsch, aber durchaus echte Kunst – und zudem auch verdammt teuer aussehend. Dabei hat diese actionreiche Produktion gerade mal 30.000 Euro gekostet. Autor und Regisseur Flo Lackner hatte nicht mehr zur Verfügung, hat aber einen Film abgeliefert, der nach richtig viel Budget aussieht. Studentenfilme sehen normalerweise anders aus, aber Lackner bietet echtes Film-Feeling. Damit konnte er auch namhafte Synchronsprecher locken, die teilweise nicht nur ihre Stimme liehen, sondern auch vor der Kamera agierten, so etwa Charles Rettinghaus.

Planet USA ist aber nicht nur optisch eine Wucht, er kann auch inhaltlich was. Geboten wird eine überzogene Satire, die man vielleicht mit Postal vergleichen könnte, nur dass dieser Film aller abstrusen Sprüche zum Trotz deutlich mehr Niveau besitzt. Beiden gemein ist, dass sie in ihrer Aussage recht bissig sind. Amerikanern wird Planet USA wohl nicht gefallen, gerade nach den jüngsten Unstimmigkeiten mit dem Weltpolizisten Nr. 1 fällt der Film hierzulande jedoch auf fruchtbaren Boden.

Manche Sprüche sind dümmlich, andere durchaus clever, in erster Linie punktet der Film jedoch, weil es die Macht der Übertreibung ist, mit der Missstände am Eindrucksvollsten in den Mittelpunkt gerückt werden. Darüber hinaus gibt es harte Männer, coole Hunde, fiese Terroristen und einen visuellen Stil, der richtig teuer aussieht. Dazu gibt es reichlich Action und sogar eine Mondlandung, die in Sachen Irrsinn gleich noch mal eine Schippe drauflegt.

Wie das umgesetzt worden ist, zeigt das knapp zweistündige Making of, das die komplette Produktion, die 2009 begann, abdeckt und u.a. aufzeigt, wie die bekannten Synchronsprecher für das Projekt gewonnen wurden und man in Österreich internationale Locations doubelt. Kurios ist übrigens der Anfang, in dem Lackner erzählt, wie sein erster Film verlorenging. Die Edition beinhaltet zudem einen Audiokommentar des Regisseurs, des Produktionsdesigners und des Hauptdarstellers. Manches wiederholt sich, was auch schon im Making of erzählt wird. Abgerundet wird das alles durch entfallene und erweiterte Szenen und andere Kleinigkeiten. Zu empfehlen ist hier die Special Edition mit Blu-ray, DVD und Bonus-DVD, mit der man die volle Dröhnung an Extras erhält.

Planet USA (Special Edition)

„Das da unten ist Afghanistan, die Hauptstadt von Chile.“ – Wer da verdutzt mit den Ohren schlackert, dem ist wohl nicht bewusst, was für eine Art Film sich mit „Planet USA“ in den DVD- bzw. Blu-ray-Player verirrt hat. Was hier geboten wird, spottet jeder Beschreibung – aber auf positive Art und Weise.
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