Planet des Grauens

Planet des Grauens

Eine Filmkritik von Peter Osteried

50er-Sci-Fi in CinemaScope

Science Fiction in den 1950er Jahren war zumeist kleinbudgetiert und schwarzweiß. Nicht jedoch Planet des Grauens, der ein Prestige-Projekt für Allied Artists – ehedem Monogram Pictures – sein und zugleich das Image des Billig-Studios abwerfen sollte. In Farbe und in CinemaScope sieht der Film damit größer und aufwendiger als viele seiner zeitgenössischen Konkurrenten aus. An der inhaltlichen Naivität hat das natürlich nichts geändert.
Vier Astronauten, die auf einer Mars-Mission sind, kehren zur Erde zurück – allerdings Hunderte Jahre nach ihrer Abreise. In der Zwischenzeit hat sich ein Atomkrieg ereignet, wegen dem die Menschen unter der Erde leben, während auf der Oberfläche mutierte Wesen herumstreunen. Die Astronauten wissen, dass sie nicht nach Hause zurückkehren können, wollen aber der Menschheit, die unter Tage langsam zugrundegeht, eine Chance geben. Doch wie sollen sie die Gefahr, die an der Erdoberfläche droht, bannen?

Das kurioseste Element dieses Films sind aber sicherlich nicht die albernen Riesenspinnen, es ist Rod Taylor, der vier Jahre vor Die Zeitmaschine einen Trip in die Zukunft macht und auf degenerierte Menschen trifft. Damit hat es sich mit den Ähnlichkeiten aber auch schon, was den Estate von H.G. Wells aber dennoch nicht daran hinderte, eine Plagiatsklage anzustrengen. Dabei könnten beide Geschichten nicht unterschiedlicher sein, und das vor allem in einem: der Ernsthaftigkeit.

Wo George Pal vier Jahre später einen der großen SF-Klassiker ablieferte, weil er eine faszinierende Geschichte über den Untergang der Menschheit ablieferte, bleibt Edward Bernds‘ Streifen doch der naiv-versponnenen SF-Tradition seiner Zeit verbunden. Mehr Geld, Farbe und Breitbild übersetzt sich eben nicht automatisch zu einer größeren Geschichte. Die bleibt nämlich richtig schön dämlich, und das wirklich nicht nur aufgrund der einfallslosen Kleidung, die die zukünftigen Menschen tragen. Vor allem die an Steinzeitmenschen erinnernden Mutierten sorgen für unfreiwillige Komik. Dem gegenüber steht aber ein ernsthafterer Ansatz, als er in der Science Fiction jener Zeit gemeinhin üblich war.

Denn Planet des Grauens setzt sich nicht nur mit dem Umstand, dass die Erde durch wahnhaftes Wettrüsten vernichtet wurde, auseinander, sondern diskutiert auch die Natur des Menschen, inklusive der hässlichen Erkenntnis, dass auch Hunderte von Jahren nach dem Atomkrieg und einer mutmaßlichen Vergeistigung die alten Triebe immer noch da sind. Und dennoch gelingt es dem Werk, auf einer versöhnlichen Note zu enden, wobei man das Massaker an den Mutierten schlucken muss, bevor das Happy End einen Neubeginn für die Menschheit in Aussicht stellt.

Die DVD ist sehr schön geworden. Sauberes, scharfes Bild mit kräftigen Farben geht einher mit klarem, nur hin und wieder leicht sein Alter zeigendem Ton. Eine schöne Veröffentlichung eines durchaus wichtigen Genre-Films, der immerhin versucht, mehr als nur Monster-Action zu bieten.

Planet des Grauens

Science Fiction in den 1950er Jahren war zumeist kleinbudgetiert und schwarzweiß. Nicht jedoch „Planet des Grauens“, der ein Prestige-Projekt für Allied Artists – ehedem Monogram Pictures – sein und zugleich das Image des Billig-Studios abwerfen sollte.
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