Place Vendôme

Place Vendôme

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Diamanten-Macht

Für zwölf Césars war dieser französische Film aus dem Jahre 1998 nominiert, konnte aber keine der begehrten Auszeichnungen gewinnen, doch Catherine Deneuve gewann den Preis als Beste Darstellerin beim Filmfestival von Venedig. Und es ist genau ihre hervorragende Leistung, die Place Vendôme letztlich trotz einiger Schwächen zu einem nicht ganz überzeugenden, doch durchaus sehenswerten Kriminalstück um die mächtigen Sphären kostbarer Steine macht.

Am berühmten Place Vendôme in Paris führt der Juwelier Vincent Malivert (Bernard Fresson) sein luxuriöses Geschäft, in dem die erlauchten Liebhaber exklusiver Steine verkehren. Vincent unterhält ein intimes Verhältnis zu seiner jungen Assistentin Nathalie (Emmanuelle Seigner), während seine kräftig angeschlagene Frau Marianne (Catherine Deneuve) mit Depressionen und Alkoholproblemen kämpft. Doch Vincent kümmert sich fürsorglich um Marianne, die ebenfalls eine versierte Juwelier-Expertin ist, sich aber im Grunde aus der Materie weitgehend zurückgezogen hat. Das ändert sich gewaltig, als Vincent Selbstmord begeht, da er offensichtlich auf Grund unlauterer Geschäfte in den größten Schwierigkeiten steckt. Nun reißt sich Marianne zusammen und ist bemüht, mit immens wertvollen Diamanten wieder in den Handel einzusteigen, und dabei gerät sie nicht nur in Kontakt mit der verunsicherten Nathalie, sondern zunehmend einem so komplexen wie komplizierten Skandal um die traumhaften Diamanten auf die Spur, die Vincent vor seinem Tod bei ihr deponiert hat …

Zeigt Place Vendôme auch mitunter Spannung und vor allem sehr ansehnliche Bilder aus der Welt der passionierten Juweliere und ihrer exzentrischen Kunden, so gestaltet sich die Dramaturgie insgesamt teilweise recht verworren und zudem ein wenig dröge. Doch im Vordergrund steht eigentlich die differenziert dargestellte Entwicklung der starken Frauenfigur Marianne, die sich aus ihren persönlichen Abgründen aufrafft und keine Konfrontaion scheut, um der Affäre um die Steine und auch dem Geheimnis um Nathalie auf den Grund zu gehen. So vermag es dieser Charakter, den Zuschauer zu fesseln und die weniger gelungenen Aspekte des Films hinzunehmen, der immerhin hübsch anzuschauen ist.
 

Place Vendôme

Für zwölf Césars war dieser französische Film aus dem Jahre 1998 nominiert, konnte aber keine der begehrten Auszeichnungen gewinnen, doch Catherine Deneuve gewann den Preis als Beste Darstellerin beim Filmfestival von Venedig.

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