Paris, je t’aime

Paris, je t’aime

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Tout Paris in 120 Minuten

Der Plan klingt aberwitzig: Man nehme 21 international erfahrene und renommierte Regisseure, gebe jedem von ihnen fünf Minuten Zeit sowie die Maßgabe an die Hand, dass ihr Kurzfilm ins Paris zu spielen habe – und warte in aller Seelenruhe das Ergebnis ab. So ungefähr könnte man die Entstehungsgeschichte von Paris, je t’aime umschreiben, und allein diese Prämissen machen deutlich, dass dieser Film in der aktuellen Filmlandschaft ein ziemliches Unikum sein dürfte. Klar, dass es in allen Geschichten vor allem um das Thema Nummer Eins geht, – gemeint ist die Liebe in all ihren Formen – das sich wie ein roter Faden durch alle Beiträge zieht, schließlich war dies eine der wenigen Einschränkungen, die die Produzentin Claudie Ossard (Betty Blue – 37,2° am Morgen, Delicatessen, Die fabelhafte Welt der Amélie, Arizona Dream) gemeinsam mit Emmanuel Benbihy und Tristan Carné, von dem die Idee stammt, an die beteiligten Regisseure machte. Eine weitere Disziplinierung des ungeheuren kreativen Potenzials bestand in der Notwendigkeit, dass die Filmemacher weitgehend auf ihre gewohnten Teams verzichteten und stattdessen mit einem französischen Stab zusammenarbeiteten, was nebenbei den Effekt hatte, dass der Film nicht nur eine grandiose Werbung für Paris darstellt, sondern auch zu einem Beweis der Leistungsfähigkeit der dortigen Filmszene geriet.
Ingesamt 21 Regisseure mit 18 Geschichten, die samt und sonders in einem anderen Quartier der französischen Hauptstadt angesiedelt sind, versammelt der international hochkarätig besetzte Episodenfilm – im Fachjargon auch Omnibus genannt - und allein die Namen der Regisseure lesen sich bereits wie ein Who is Who der Gilde: Neben französischen Filmemachern wie Olivier Assayas, Fréderic Auburtin & Gérard Depardieu, dem Trickfilmer Sylvain Chomet (Das große Rennen von Belleville), Olivier Schmitz und Bruno Podalydès finden sich Stars des internationalen Kinos wie Ethan und Joel Coen, Wes Craven, ,Alfonso Curaon (Children of Men), Christopher Doyle, Richard LaGravenese, Vincenzo Natali, Alexander Payne (Sideways, Walter Salles & Daniela Thomas, Nobuhiro Suwa, Tom Tykwer, Gurinder Chadha, Gus Van Sant und Isabel Coixet auf der Stabliste wieder. Auch die Darstellerriege hat es in sich: Neben französischen Mimen wie Gaspard Ulliel, Ludivine Sagnier, Fanny Ardant, Juliette Binoche sind internationale Hochkaräter wie Willem Dafoe, Bob Hoskins, Ben Gazzara, Steve Buscemi, Nick Nolte, Gena Rowlands, Natalie Portman, Elijah Wood, Isabella Rossellini, Maggie Gyllenhaal und andere Leinwandstars des Kinos hier versammelt.

So vielfältig diese Zusammenstellung auch sein mag, erstaunlicherweise funktioniert sie in Paris, je t’aime ausgezeichnet, was mit Sicherheit auch an der Kürze der Zeit liegen mag, die jeder Kurzfilm-Beitrag für sich beanspruchen konnte – fünf Minuten sind nun wahrlich nicht genug Zeit, in der sich Langeweile einstellen mag. Auch wenn nicht jeder der 18 Kurzfilme gleich gelungen sein mag, besticht Paris, je t’aime vor allem durch die Vielfalt, den Mut, den enormen logistischen Aufwand und vor allem durch die Idee, die förmlich nach einer Wiederholung schreit. Denn aus Berlin oder London ließen sich ebenfalls mit Sicherheit spannende, berührende und absonderliche Geschichten erzählen, von Mannheim, Wanne-Eickel und Hannover mal ganz zu schweigen. Ein Kaleidoskop der Liebe für nahezu jeden Geschmack.

Paris, je t’aime

Der Plan klingt aberwitzig: Man nehme 21 international erfahrene und renommierte Regisseure, gebe jedem von ihnen fünf Minuten Zeit sowie die Maßgabe an die Hand, dass ihr Kurzfilm ins Paris zu spielen habe – und warte in aller Seelenruhe das Ergebnis ab.
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Meinungen
laura · 06.05.2007

es ist nicht wirklich eine meinung, eher eine frage: kann mir jemand sagen , was natalie Portman in dem 10. Film zu dem blinden Freund sagt. Es fängt so ähnlich an: "der frühling war wunderbar, der sommer zu schnell vorbei..". Weiter weiß ich leider nicht. wäre nett, wenn jemand mir schreiben würde. tschau

heribert · 11.03.2007

wie heisst der musiktitel (e-gitarren) am ende des deutschen trailers?

annick · 02.03.2007

someone knows where can I watch this movie in original version or in french ? In theatiner kino, it's over since 2 days !
thank's for your answers.
ciao

Christian · 24.02.2007

Großartiger Film, besonders die Beiträge von Tom Tykwer und den Coen-Brothers sind hervorzuheben. Sehr dynamisch erzählt. Ein Muss für Paris- und Kino-Fans!

· 14.02.2007

sehr, sehr sehenswert, fast ein Kurzurlaub in der Metropole an der Seine

· 06.02.2007

hab eine frage:
behandelt der film nur das thema "liebe in paris" oder gehts auch wirklich darum,paris in seinen tausend fassetten zu zeigen?

LiLaLebkuchen · 29.01.2007

Also der Film ist definitiv sehenswert ;o)

Macht nachdenklich und bringt einen zum Lachen, was braucht ein guter Film mehr?? ;o)

· 25.01.2007

Einfach sehr gute Umsetzung einer brillant einfachen Idee.

Kommentare

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