Paranoia - Riskantes Spiel

Paranoia - Riskantes Spiel

Eine Filmkritik von Laurenz Werter

Paranoid geht anders

Die Idee mag in Hollywood clever erschienen sein: Ein Thriller im Big-Business-Milieu der Smartphones, die – das weiß man ja nicht erst seit ein paar Wochen – gar wunderbar benutzt werden können, um Menschen zu überwachen. Dafür interessiert sich Paranoia – Riskantes Spiel aber weniger. Im Grunde könnte die Geschichte in jedem x-beliebigen Geschäftsfeld erzählt werden. Schließlich ist sie selbst ebenso austauschbar wie das Umfeld.
Nachdem Adam (Liam Hemsworth) bei der Wyatt Corp. entlassen wird, lässt er es auf Kosten der Firmenkreditkarte noch mal richtig krachen. Das hat Folgen: Nicolas Wyatt (Gary Oldman) stellt ihn vor die Wahl. Entweder man zeigt ihn wegen Diebstahls an oder er arbeitet als Spion bei der Konkurrenz Eikon und findet dort alles über ein neues, revolutionäres Handy von Technik-Gott Jack Goddard (Harrison Ford) heraus. Das ist jedoch leichter gesagt als getan, da sich Adam in die bei Eikon tätige Emma (Amber Heard) verliebt und die Menschen aus seinem Umfeld bedroht werden.

Robert Luketic ist ein Filmemacher, der anständig erzählen kann. Seine Filme tun nicht weh, man kann sie gut weggucken, ohne sich allzu sehr aufregen zu müssen. Das ist solide, darauf kann man sich verlassen, es ist aber auch ein Stück weit langweilig. Denn Luketic wagt nie irgendetwas, weder inhaltlich noch formal. So sind seine Filme zwar schön anzusehen, verschwinden aber im Hollywood-Hintergrundrauschen, das aus Hunderten austauschbaren Filmen pro Jahr besteht.

Hätte Paranoia – Riskantes Spiel nicht die namhafte Besetzung zu bieten, wäre er wohl direkt auf DVD ausgewertet worden. Mit Harrison Ford und Gary Oldman als alte Freunde und Gegenspieler ist aber zumindest schauspielerisch Schwergewichtsklasse geboten. Schade nur, dass es lediglich zwei Szenen gibt, in denen die Antipoden einander begegnen. Das sind die Szenen, die am Wirkungsvollsten sind und nachhallen, auch und gerade, weil Ford als hintertriebener Goddard so etwas wie der Anti-Jobs ist und das genüsslich spielt. Eher farblos agiert indes Liam Hemsworth, dem die Präsenz seines Bruders Chris fehlt – zumindest derzeit noch. Hier jedoch wirkt er völlig verloren, wie ein Kind, das am Erwachsenentisch sitzt, aber nicht weiß, was es dort eigentlich machen soll.

Paranoia – Riskantes Spiel ist ein ordentlicher Thriller ohne nennenswerte Höhen und Tiefen. Im Grunde nichts, das man im Kino sehen sollte, das aber – sollte man sich doch in ein Lichtspielhaus verirren – zumindest auch kein totales Ärgernis ist.

Paranoia - Riskantes Spiel

Die Idee mag in Hollywood clever erschienen sein: Ein Thriller im Big-Business-Milieu der Smartphones, die – das weiß man ja nicht erst seit ein paar Wochen – gar wunderbar benutzt werden können, um Menschen zu überwachen. Dafür interessiert sich "Paranoia – Riskantes Spiel" aber weniger. Im Grunde könnte die Geschichte in jedem x-beliebigen Geschäftsfeld erzählt werden. Schließlich ist sie selbst ebenso austauschbar wie das Umfeld.
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