Oxford Murders

Oxford Murders

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

John Hurt wird dem Rezensenten (und sicher vielen Kinogängern) immer als erstes Opfer des Alien in Erinnerung bleiben. Damals schon nicht hübsch, ist er anno 2009 auch noch alt, spielt nichtsdestotrotz immer noch großartig. Dem gegenüber steht der nun ewige Frodo Elijah Wood (Mark Hamill sollte ihm Tipps geben, wie man mit dem Luke Skywalker-Syndrom umgehen könnte), der hier versucht cool und sexy zu sein. Das mag bei 15-jährigen Mädchen wirken, überzeugen tut es den Zuschauer, der einen Thriller erwartet, nicht.
Der amerikanische Mathematikstudent Martin (Elijah Wood, grandios fehlbesetzt) will in Oxford sein Auslandssemester machen. Er wohnt im Haus von Mrs. Eagleton, die schon bald tot sein wird. Zufällig ist auch Martins großes Idol Professor Seldom (John Hurt) beim Leichenfund dabei. Gemeinsam versucht man auf die Spur des Mörders zu kommen. Doch der benutzt geheime Symbole und Botschaften, um es den Hobby-Detektiven nicht zu leicht zu machen. Und welche Rolle spielt die sexy Krankenschwester Lorna, mit der Martin ein Verhältnis beginnt? Oder der russische Student Podorov, der auf Professor Seldom eine gewaltige Wut hat?

Wie bei Thrillern üblich, sollte von der Story möglichst wenig bekannt sein; überraschende Wendungen und so… Bei Oxford Murders passiert jedoch nicht wirklich viel. Sicherlich ist er toll gefilmt, doch hier geht eindeutig Style über Inhalt. Das funktioniert bei einem Erotik- oder Actionfilm sicher ganz phantastisch, doch Oxford Murders hat leider nicht sehr viel mehr zu bieten. Die konfuse Mischung aus Sakrileg-Geheimnistuerei und Love Story-Nebenhandlung will nicht aufgehen. Es kommt nie zu einem Ganzen, da Struktur, Klischeegehalt und mathematisches Geschwurbel einfach zu undurchsichtig sind. Einige Szenen wirken zwar richtig gut, doch wenn sich Burn Gowan in der Rolle des Podorov theatralisch auf den Boden wirft, ist alles zu spät. Man fragt sich unweigerlich „What the fuck…?“ Und auch der dramaturgisch kaum wahrnehmbare Übergang ins enttäuschende Finale lässt einen auf die Unterlippe beißen.

Oxford Murders ist ein routinierter Krimi auf Fernsehniveau mit hochkarätiger Besetzung. Wem das reicht, kann ruhigen Gewissens zugreifen

Oxford Murders

John Hurt wird dem Rezensenten (und sicher vielen Kinogängern) immer als erstes Opfer des Alien in Erinnerung bleiben. Damals schon nicht hübsch, ist er anno 2009 auch noch alt, spielt nichtsdestotrotz immer noch großartig.
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