Orion 3000 - Raumfahrt des Grauens (Blu-ray)

Orion 3000 - Raumfahrt des Grauens (Blu-ray)

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Schrille Science Fiction der 1960er

Ein gutes Jahrzehnt bevor Star Wars das Science-Fiction-Genre im Kino revolutionierte, machten die Italiener den Weltraum unsicher. Anthony Dawson alias Antonio Margheriti inszenierte von 1965 bis 1967 vier Filme, die als Gamma I-Tetralogie in die Filmgeschichte eingingen. Zumindest, wenn man eine über den italienischen Exploitation-Film verfasst. Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens ist der dritte Film der Reihe, der vierte, Dämonen aus dem All, ist zeitgleich auf DVD und Blu-ray erschienen.
Auf der Erde sorgen rätselhafte Naturkatastrophen für Unruhe. Wie sich herausstellt, werden diese von einem Planeten ausgelöst, der auf die Erde zurast. Commander Rod Jackson und seine Crew müssen nun aufbrechen, um den Planeten aufzuhalten. Dafür sollen Antimaterie-Bomben eingesetzt werden, doch dann zeigt sich, dass man es mit einem gigantischen Lebewesen zu tun hat, was es schwieriger macht, die Mission zum Abschluss zu bringen.

Mit dem deutschen Titel wollte man sich damals an die erfolgreiche Fernsehserie Raumpatrouille Orion ranhängen, für die meisten Zuschauer dürfte die Enttäuschung aber groß gewesen sein. Commander Cliff McLane sucht man vergebens, aber Rod Jackson ist auch kein übler Ersatz, auch wenn Darsteller Giacomo Rossi-Stuart mit seiner hölzernen Performance eher für unfreiwillige Komik sorgt. Die ergibt sich aber auch durch das Drehbuch. Fast grandios ist die Szene, in der der Commander die ihm untergebene Lt. Sanchez zusammenfaltet, während sie immer noch vor lauter Verliebtheit die Augen verdreht.

Aus heutiger Sicht ist der Streifen natürlich schwach auf der Brust. Die Effekte sind teils fragwürdig, die Handlung sowieso, aber der Stil schreit 1960er – und das wiederum hat durchaus seinen Charme. Raumschiffe, die mit Feuerstößen betrieben werden, hochgesteckte Frisuren, schrille Farben, klobige Raumanzüge, lebende Planeten – nein, ernst kann man diese Science-Fiction nicht nehmen. Sie steckt in den Kinderschuhen, und das schon seit Jahrzehnten. Im Grunde könnte man sogar von einer Devolution sprechen, denn die alten Flash Gordon-Serials der 1930er Jahre sind deutlich besser gealtert.

Mit den Augen eines modernen Science-Fiction-Fans darf man sich den Abenteuern von Gamma I natürlich nicht nähern. Es ist eine andere Form von Science-Fiction, die hier geboten wird. Sie ist skurril und eigen, mittlerweile unfreiwillig komisch, aber zugleich faszinierend. Weil das Gebotene echter Trash ist. Ein Film, der durchaus Ambition verrät, aber an ihr gescheitert ist. Das ist etwas ganz anderes als der gewollte Trash, der heutzutage produziert wird. Gerade darum lebt dieser Streifen aber auch von seinem durchaus vorhandenen Charme, der selbst solche Hindernisse wie den holprig agierenden Hauptdarsteller übersteht.

Die technische Seite der Blu-ray kann sich sehen lassen. Sicherlich, ein Referenzbild darf man nicht erwarten, satte Farben und gute Schärfewerte lassen Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens aber besser denn je aussehen. An Bonus gibt es den deutschen Trailer und eine Bildergalerie.

Orion 3000 - Raumfahrt des Grauens (Blu-ray)

Ein gutes Jahrzehnt bevor „Star Wars“ das Science-Fiction-Genre im Kino revolutionierte, machten die Italiener den Weltraum unsicher. Anthony Dawson alias Antonio Margheriti inszenierte von 1965 bis 1967 vier Filme, die als Gamma I-Tetralogie in die Filmgeschichte eingingen. Zumindest, wenn man eine über den italienischen Exploitation-Film verfasst. „Orion 3000 – Raumfahrt des Grauens“ ist der dritte Film der Reihe, der vierte, „Dämonen aus dem All“, ist zeitgleich auf DVD und Blu-ray erschienen.
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