Original Sin

Original Sin

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Sex, Lügen und Intrigen

Er ist wohlhabend, feinfühlig und von äußerst ansprechender Gestalt: Luis Vargas (Antonio Banderas), Besitzer einer Kaffee-Plantage auf Kuba, lernt Ende des 19. Jahrhunderts über eine Zeitungsannonce und den anschließenden Briefkontakt eine junge Amerikanerin kennen, die er bald bittet, seine Frau zu werden. Als Julia Russell (Angelina Jolie) dann kurz vor dem Hochzeitstermin bei ihrem zukünftigen Gatten eintrifft, ähnelt sie so gar nicht der Frau auf dem Foto, das Luis erhielt. Doch dieser ist derart fasziniert von der Schönheit und Sinnlichkeit der Fremden, dass er sich nur allzu leicht mit ihren einfallsreichen Erklärungen dieser Ungereimtheit zufrieden gibt.
Die Ehe wird geschlossen, und Julia und Luis versinken in der Kulisse der paradiesischen Umgebung intensiv in den erotischen Wonnen der gegenseitigen starken Anziehung. Das Glück scheint perfekt zu sein, bis eines Tages der Privatdetektiv Walter Downs (Thomas Jane) bei Luis auftaucht und vorgibt, sich im Auftrag von Julias Schwester Emily (Cordelia Richards) nach seiner Frau zu erkundigen, von der bereits eine geraume Zeit keine Nachricht mehr käme. Luis bittet daraufhin Julia, ihrer Schwester zur Beruhigung einen Brief zu schreiben, doch als Emily diesen erhält, erscheint sie alarmiert auf Kuba, da die Handschrift sich vollkommen anders gestaltet als die ihrer Schwester. Doch bevor Luis, der voller Zweifel in ihren Sachen schnüffelt und dabei verdächtige Entdeckungen macht, Julia zur Rede stellen kann, ist die schöne Unbekannte auch schon abgetaucht – nicht, ohne einen guten Teil seines Vermögens mitzunehmen …

Original Sin aus dem Jahre 2001, für den Angelina Jolie mit der Goldenen Himbeere als Schlechteste Schauspielerin verspottet wurde, erscheint nun erstmals auf Blu-ray, und zwar in der um zwei Minuten längeren ungekürzten Fassung – unrated, was sich hier überwiegend auf die intimen Szenen bezieht. Zwei hübsche Hollywood-Stars in einer erotischen Liebesgeschichte mit dramatischen Wendungen innerhalb eines landschaftlichen Idylls: Das ist der Stoff, aus dem gefällige Filmträume inszeniert werden. Was die kommerziellen Aspekte betrifft, so geht dieses Konzept durchaus auf. Doch die Geschichte um große Gefühle, niedrige Intrigen und erotische Höhenflüge bleibt insgesamt seltsam eindimensional und vergeudet das mächtige Potential, das in der Romanvorlage Waltz into Darkness / Walzer in die Dunkelheit von Cornell Woolrich alias William Irish von 1947 schlummert. Dass sich daraus ein vielschichtiger, packender Film realisieren lässt, zeigt die Version Das Geheimnis der falschen Braut / La sirène du Mississippi von François Truffaut aus dem Jahre 1969 mit Catherine Deneuve und Jean-Paul Belmondo in den Hauptrollen.

Original Sin

Er ist wohlhabend, feinfühlig und von äußerst ansprechender Gestalt: Luis Vargas (Antonio Banderas), Besitzer einer Kaffee-Plantage auf Kuba, lernt Ende des 19. Jahrhunderts über eine Zeitungsannonce und den anschließenden Briefkontakt eine junge Amerikanerin kennen, die er bald bittet, seine Frau zu werden.
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