Öffne die Augen

Öffne die Augen

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Freitag, 13. Juli 2007, 3sat, 22:25 Uhr

Der junge Madrilene César (Eduardo Noriega) hat alles, was man sich als junger Mann im Leben wünschen kann: Er ist dank einer Erbschaft reich und kann ein finanziell unabhängiges Leben führen, er sieht gut aus und wechselt seine Bettgenossinnen mit bemerkenswert hoher Frequenz und ist auch sonst kein Kind von Traurigkeit. Gerade eben hat er seine Ex-Geliebte Nuria (Najwa Nimri) abserviert und ist dabei, sich zum ersten Mal in seinem Leben ernsthaft in eine Frau zu verlieben – Sofia (Penélope Cruz) heißt die Auserwählte. Doch das Glück erweist sich als brüchig, denn Nuria überredet den Casanova dazu, in ihr Auto zu steigen, das sie dann in voller Absicht einen Abhang hinunter gegen eine Betonmauer manövriert. Nuria stirbt, Cesar überlebt schwer verletzt und mit grässlich entstelltem Gesicht, so dass er eine Gesichtsmaske tragen muss, um der Umwelt seinen Anblick zu ersparen. In seiner Not sucht er bei Sofia Halt, die sich aber vor ihm und seiner Launenhaftigkeit fürchtet. Dann kommt es zur Wende: Zwischen Sofia und ihm kommt es wieder zu einer Annäherung, und auch die Ärzte haben gute Nachrichten. Sie sehen sich in der Lage, dem Playboy sein ursprüngliches Aussehen wiederzugeben, so dass das psychische Martyrium ein Ende haben wird. Doch kurz nach der Operation merkt César deutlich, dass etwas nicht stimmt. Unvermutet taucht immer wieder die verstorbene Nuria auf und behauptet Sofia zu sein. Und beim Blick in den Spiegel blickt César abermals sein verschwunden geglaubtes entstelltes Gesicht an. Schließlich kommt es zu einer schrecklichen Tat, und Césars Alptraum beginnt nun erst wirklich, denn mit Hilfe eines Psychiaters kommt er hinter das Geheimnis, das sein Leben bestimmt…

Mit Öffne die Augen / Abre los Ojos ist Alejandro Amenábar (Tesis, The Others, Das Meer in mir / Mar Adentro) ein vielschichtiger Psychothriller gelungen, der zwischen den Polen Science Fiction, Mindfuck und Mystery oszilliert und ein ebenso faszinierendes wie existenziell berührendes Ende bietet. Wem das Ganze übrigens merkwürdig bekannt vorkommt – der Film wurde unter dem Titel Vanilla Sky mit Tom Cruise und Penélope Cruz in den Hauptrollen von Cameron Crowe neu verfilmt. Das Original aber muss sich in keinerlei Hinsicht vor dem Hollywood-Remake verstecken, zumal Crowe der Vorlage kaum neue Aspekte hinzuzufügen weiß.
 

Öffne die Augen

Der junge Madrilene César (Eduardo Noriega) hat alles, was man sich als junger Mann im Leben wünschen kann:

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Meinungen
· 30.05.2008

Ich fand den Film wegen der wechselnden Realitäts- und Traumsequenzen ein wenig verwirrend. Doch ich werde mir den Film bestimmt noch ein zweites Mal ansehen.

Anne · 04.04.2008

kommt der iwann nochmal im tv?

Rabiye Cellik · 24.07.2007

Ein super-Film! Einfach Klasse. Vor allen Dingen, gibt dieser Film z.T. das zurück, woran jeder Mensch in seinem tiefsten Inneren denkt, und zwar: Träumen wir das alles (das Leben) oder ist wirklich alles wahr? Sind wir wirklich hier oder sind wir dort, wo wir sein möchten..... Nun, ich verstehe mich selbst manchmal nicht ganz, aber ihr versteht mich schon ))

Kommentare

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