Niemandsland - The Aftermath (2019)

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Als Colonel Morgan nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit seiner Frau eine Villa beschlagnahmt und dem ehemaligen Besitzer erlaubt im Dachgeschoss wohnen zu bleiben, entspinnt sich eine folgenreiche ménage à trois.

Niemandsland - The Aftermath (2019)

Eine Filmkritik von Melanie Hoffmann

Mit dem Feind im Bett

1946, wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist Hamburg unter der Regierung der Briten. Colonel Lewis Morgan (Jason Clarke) ist schon einige Zeit vor Ort, als endlich auch seine Frau Rachael (Keira Knightley) nachreist. Die beiden beziehen eine schmucke Villa an der Elbchaussee, die zuvor Architekt Stefan Lubert (Alexander Skarsgård) mit seiner Familie bewohnte. Überraschenderweise erlaubt Colonel Morgan dem Architekten mit seiner Tochter im Dachgeschoss wohnen zu bleiben.

Rachael und Lewis führen eine angespannte Ehe, was vor allem auf den Verlust ihres Sohnes zurückzuführen ist. Zudem kann sich die junge Frau nur schwer im zerbombten Hamburg einleben und fühlt sich in der Villa nicht willkommen. Das Personal spricht kein englisch und sie kein deutsch. Und schließlich provoziert Lubert sie mit seiner Anwesenheit. Und es passiert — eigentlich recht vorhersehbar, aber dennoch ohne jegliche erotischen Spannungsmomente vorab — was passieren muss und Lubert und Rachael haben eine Affäre.

Auch die Tochter von Stefan Lubert wird flügge. Freda (Flora Thiemann) ist vom Krieg und vom Tod ihrer Mutter sehr aufgewühlt. Mit ihren 15 Jahren ist sie leicht beeinflussbar und lässt sich von einem ehemaligen Hitlerjungen, in den sie sich verliebt hat, einreden, dass man immer noch etwas für die Ideale der Nazis tun kann. Parallel hierzu muss sich ihr Vater den Prozessen der Entnazifizierung stellen.

Die Verfilmung des Romans von Rhidian Brook kommt als gediegenes Drama mit einem Kern aus drei Figuren daher. Diese ménage à trois vermag es allerdings nicht das Ganze auch spannend darzustellen. Viel zu unvermittelt fällt Skarsgårds Lubert über Rachael her. Die Nebenhandlungen sind stark eingedampft und auch wer nichts von der Existenz einer Romanvorlage wusste, hat die starke Ahnung, dass hier einiges unter den Tisch fiel.

Selbstredend ist Alexander Skarsgård ein passabler Schauspieler und überaus nett anzusehen. Aber einen Schweden zu besetzen, der Deutsch nur mit einem starken Akzent beherrscht, wirkt insbesondere für deutsche Ohren sehr befremdlich. Dass man in ganz Deutschland keinen Schauspieler gefunden hat — oder gar nicht finden wollte — der mit Keira Knightley spielen möchte, ist schon erstaunlich. Insbesondere für eine solche Rolle im Kontext des untergegangenen Nazideutschlands ist Skarsgård eine totale Fehlbesetzung. Auch springt der Funke zwischen den beiden nicht so recht über.

Die Entscheidung des Verleihs alles zu synchronisieren ist noch fataler. Nun sprechen auf einmal alle bestes Deutsch, jedoch ist besonders die mangelnde Sprachkenntnis von Rachael zu Beginn ein wichtiges Thema, das sie als starken Fremdkörper im Haus auszeichnet.

Die Ausstattung ist vom Allerfeinsten. Das fällt vor allem an der exzellenten Kleidung auf. Keira Knightleys Rachael reist mit einem kleinen Koffer an und mit genau dem selben Koffer wieder ab und doch trägt sie in beinahe jeder Szene wieder ein neues Kleid. Wo sie diese Garderobe im Nachkriegs-Hamburg herbekommen hat, bleibt das Geheimnis der Garderobiere. Dennoch muss man zugeben, dass sie seit Abbitte nicht mehr so vorzüglich angezogen war. Natürlich können auch die Herren sich sehen lassen.

Dies ist die eine, große Qualität des Kostümdramas. Es ist exquisit gefilmt, seine ruhigen Einstellungen und die recht altmodische Herangehensweise gefallen durchaus. Die Handlung voller Klischees und ohne jegliche Überraschung hingegen langweilt und das filmische Ergebnis ist daher immerhin für Fans des Genres ein schön anzusehender Genuss.

Niemandsland - The Aftermath (2019)

Im Winter des Jahres 1946 trifft Rachael Morgan im vom Krieg gezeichneten Hamburg ein, um mit ihrem Mann Lewis zusammenzuleben, der als Colonel der britischen Armee beim Wiederaufbau helfen soll. Das Haus, in dem sie wohnen, teilen sie sich mit einem deutschen Witwer und dessen verstörter Tochter. Und bald schon ist die Atmosphäre erfüllt von Feindseligkeit und Trauer, Leidenschaft und Betrug. 

 

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