München

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Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Reaktion auf ein blutiges Massaker

„Die Olympische Spiele des Friedens und der Freude“ lautete das Motto der Olympiade 1972 in München. Die Begeisterung für sportliche Höchstleistungen war groß. Die Spiele waren ausgelassen und fröhlich. Doch dann kam alles anders. Es passierte etwas, mit dem niemand wirklich gerechnet hatte und folglich auch nicht darauf vorbereitet war. Eine Truppe palästinensischer Terroristen stürmte das Olympische Dorf und nahm elf israelische Sportler in Geiselhaft. Die traurigen Fakten und Bilder des blutigen Massakers sind bekannt. Fernsehsender berichteten damals ausgiebig über die Verhandlungen, die 21 Stunden später tragisch mit den Worten des Nachrichtensprechers Jim McKay „The are all gone“ endeten. Weitgehend unbekannt ist jedoch das bitterböse Nachspiel, das auf das tödliche Attentat in München folgte. Davon erzählt Steven Spielberg in seinem neuen Film München, einem Thriller, der auf sehr authentische Weise uns den Rachefeldzug eines israelischen Killer-Kommandos vor Augen führt.

Im Auftrag der Regierung rekrutiert der israelische Geheimdienst Mossad ein fünfköpfiges Killerteam, das die Drahtzieher des Münchner Terroraktes aufspüren und töten soll. Anführer der Rekrutentruppe ist Avner (Eric Bana), der für die geheime Mission seine hochschwangere Frau in Tel Aviv zurück lassen muss. Zur Seite stehen ihm vier auserwählte, hochqualifizierte Agenten, deren Aufgabenbereiche ganz genau zugeschnitten sind. Da ist Steve (zukünftiger James-Bond-Darsteller Daniel Craig), eingeteilt als Fluchtwagen-Fahrer. Der ehemalige Spielzeugmacher Robert (Mathieu Kassovitz) fungiert als Bombenbastler. Der deutsche Jude Hans (grandios: Hanns Zischler) ist für Fälschungen aller Art zuständig. Komplettiert wird das Team durch den schweigsamen Carl (Ciaran Hinds), dessen Aufgabe es ist, Dinge zu beenden und hinter den anderen „aufzuräumen“.

Die im Untergrund vollzogene Mission führt die Fünfergruppe quer durch Europa an Schauplätze wie Genf, London, Paris, Athen und Rom. Von Stadt zu Stadt ziehen sie, um ihre Opfer ausfindig zu machen und daraufhin zu liquidieren. Wenn man bedenkt, dass der Film zu großen Teilen in Budapest und auf Malta gedreht wurde, ist die Authentizität der nachgestellten Orte unheimlich verblüffend. Da stellt Spielberg in den Straßen von Budapest den Großstadtverkehr von Rom nach und lässt den Zuschauer keine Sekunde daran zweifeln, dass die tatsächliche Stadt eine andere ist. Überhaupt hat man das Gefühl, die ganze Zeit, einen Film der 70er Jahre zu sehen, so authentisch das Kostüm der Schauspieler, so zeitgemäß die Kulisse, so glaubwürdig das Straßengeschehen.

Die historische Glaubwürdigkeit des Films wird allerdings kontrovers diskutiert. Im Vorspann des Films wird daraufhin gewiesen, dass der Inhalt von realen Events inspiriert ist. Der Rest bleibt Fiktion. Spielberg wird schlampige Recherchearbeit basierend auf nebulösen Quellen vorgeworfen. Mit Zeitzeugen aus Israel habe er sich dagegen nie in Verbindung gesetzt. Einige Kritiker prangern an, dass der Film zu gefällig sei, zu ausgewogen. Andere meinen, München sympathisiere zu sehr mit der israelischen oder auch zu sehr mit der palästinensischen Seite. Beurteilt man den Film jedoch nach künstlerischen Aspekten, dann ist Spielberg ein sensationeller Thriller mit ausgefeilten Dialogen und berauschenden Bildern gelungen.
 

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„Die Olympische Spiele des Friedens und der Freude“ lautete das Motto der Olympiade 1972 in München. Die Begeisterung für sportliche Höchstleistungen war groß. Die Spiele waren ausgelassen und fröhlich. Doch dann kam alles anders.

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Meinungen
· 31.10.2007

Mir hat der Film sehr gefallen. Da stimme ich zu, Terroristen soll man nicht in Gefängnisse stecken, sondern, wie in diesem Film dargestellt, einfach aus der Welt schaffen.

@Ditrich · 04.11.2006

Der Kommentar beweist, dass Du den Film auch nicht mal im Ansatz verstanden hast. Vielleicht mal das Hirn einschalten und nicht nur auf die Action glotzen.

Jack Ditrich · 03.11.2006

der Film zeigt wie mann mit dem Terroristischen Abschaum umzugehen hat.

andy · 11.03.2006

die amoral jeglicher gewalt. der teufelskreis des nahost-konflikts. die abwesenheit klarer schwarz-weiß-kategorien. das ist spielbergs aussage. ein wichtiger film.

achileus69 · 04.03.2006

Sehr guter Film, absolut empfehlenswert!

· 20.02.2006

Entgegen vieler kino-zeit-Lesermeinungen empfand ich den Film als eher mittelmäßig. Mir fehlt eine klare Positionierung des Regiseurs zu diesem politisch brisanten Thema. Will er nicht letztlich eine Aussage treffen?

frederik · 14.02.2006

mit den mitteln des kinos( des amerikanischen, das heisst, des handwerklich sauberen)ein schwieriges thema filmisch gelungen dargestellt.

benny · 12.02.2006

klasse film, klasse schauspieler. meiner meinung nach sehr gut gelungen, vor allem da es ein hochaktuelles thema behandelt...

made · 01.02.2006

sehr gute kamer, sehr gute schauspieler und soundtrack- thema klasse getroffen. ein rundum spitze film!

· 27.01.2006

Also ich habe ihn gerade gesehen, und ich finde ausser der schon ziemlich "blutrünstigen" szenen den film gut, d.h. er bringt einen zum nachdenken. ich finde es auch gut das der film wie ich finde sehr neutral berichtet hat. es wurde einem nicht nur erzählt das war scheisse und man muss das rächen... vorallem die letzte szene machte einen echt nachdenklich und ... naja soviel dazu

@Gast · 27.01.2006

Na und? Es handelt sich auch um einen Spielfilm und nicht um eine Dokumentation oder Reportage. Der Film basiert nur auf den Ereignissen in und nach München. Schließlich geht es in dem Film doch um ein übergeordnetes Thema, das auch momentan sehr aktuell ist. Kann man Gewalt mit Gewalt bekämpfen?

· 27.01.2006

Der Umgang mit historischen Fakten und die die Glaubwürdigkeit der Charaktere in Spielbergs "Munich" sind mangelhaft!

Kommentare

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