Mr. Bluesman

Mr. Bluesman

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Deutsche Komödie mit starker Besetzung

Wählt man die Besucherzahlen in den Kinos als Kriterium, gehörte dieser Film aus dem Jahre 1993 sicherlich nicht zu den erfolgreichsten des Regisseurs Sönke Wortmann, trotz der Vielzahl an klingenden Namen unter den Schauspielern. In kleinen, wunderbar kauzig angelegten Rollen erscheinen unter anderen Marianne Sägebrecht, Eberhard Feik, Armin Rohde, Rufus Beck, Pinkas Braun, Rosel Zech – und schließlich gar Blues Boy King selbst als mitreißend charmanter musikalischer Top Act zum Schluss. Mr. Bluesman ist ein gut gelauntes, turbulentes Roadmovie mit einer gehörigen Portion Liebesgeschichte, dessen Wendungen mitunter allzu bekannt und gefällig daherkommen, während die Hauptfigur des Piano-Spielers, gespielt von Thomas Heinze, in dem starken Ensemble ein wenig blass bleibt.
Es ist seine Leidenschaft, die ihn leider nicht ernähren kann: der Blues. Als Mann am Klavier hangelt sich der gutmütige Spike (Thomas Heinze) mal mit Band und mal solo von kleinem Gig zu Gig, während er vermittelt über den Barmann Joe (Eberhard Feik) manchmal dubiose Autos überführt, was deutlich stärker zu seinem Lebensunterhalt beiträgt. Auf einer Party, für deren musikalische Unterhaltung seine Band engagiert ist, begegnet er der exzentrischen Cloe (Deborah Falconer), nicht ahnend, dass das verwöhnte Schätzchen ihn ausspioniert, denn Cloe muss dringend nach Italien zu ihrem neusten Lover, sehr zum Missfallen ihres reichen Vaters, der sofort die Finanzquellen versiegen lässt, und genau dorthin soll Spike am folgenden Tag einen Wagen bringen.

Es kommt, wie es kommen muss – als Spike das Luxusauto am vereinbarten Ort abholt, trifft er bald auf Cloe als verführerische wie energische Anhalterin, und in gemeinsamem Misstrauen machen sie sich auf den Weg. Lange allerdings sind sie nicht zusammen, denn bei der erstbesten Gelegenheit macht sich die verschlagene junge Frau ohne ihn aus dem Staub, natürlich mit dem teuren Wagen. Doch Spike erahnt noch nicht das doppelte Ausmaß der Katastrophe, denn es ist auch noch das falsche Gefährt, in dem Cloe unterwegs ist, und so ist beiden rasch noch der eiskalte Killer Bronski (Lloyd Bridges) auf den Fersen, der die heiße Karosse für seine kriminellen Auftraggeber um jeden Preis zurückerobern muss, und zwar ohne lästige Mitwisser zu hinterlassen …

Am Ende kriegen sie sich, und alles wird nicht nur gut, sondern zudem geht noch Spikes größter Traum in Erfüllung, als eines Abends der glühend verehrte B. B. King in leibhaftiger Gestalt zu einer intimen Session bei ihm erscheint, natürlich arrangiert von Cloe, der gezähmten Liebsten. Eigentlich ein Märchen.

Mr. Bluesman

Wählt man die Besucherzahlen in den Kinos als Kriterium, gehörte dieser Film aus dem Jahre 1993 sicherlich nicht zu den erfolgreichsten des Regisseurs Sönke Wortmann, trotz der Vielzahl an klingenden Namen unter den Schauspielern.
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