Mortuary

Mortuary

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Im Bestattungshaus da sind die ...

Die einstige Genre-Ikone Tobe Hooper beweist all seinen Zweiflern, dass er es doch noch drauf hat. Irgendwie. In der abgespeckten Direct-to-Video-Variante zumindest.
Die alleinerziehende Pathologin Leslie (Denise Crosby, Star Trek – Next Generation, Friedhof der Kuscheltiere) bezieht mit ihren Kindern Jonathan und Jamie ein heruntergekommenes Bestattungsunternehmen in der Provinz. Das sich in dem Gebäude und auf bzw. unter dem angrenzenden Friedhof gar Grausiges zugetragen haben soll, lässt den Kaufpreis des Grundstücks dann doch plötzlich gar nicht mehr so verlockend erscheinen. Und tatsächlich bewahrheiten sich die finsteren Legenden und schon melden sich die Toten grunzend zu Wort. Nicht genug damit, kommt auch noch ein gewisser Bobby Fowler zurück. Der wurde einst wegen Missbildungen von seinen Eltern gefoltert und in einer Gruft eingeschlossen…

Der Rezensent gibt zu, dass das alles wenig originell klingt und noch dazu ziemlich abstrus. Nun, dem ist auch so. Mortuary bedient in preiswerter Kulisse Genre-Erwartungen, ist gewollt makaber und hat mit „Wenn die Toten auferstehen, wird die Hölle Wirklichkeit“ einen der dämlichsten Titelzusätze des Jahres. Doch neben der holprigen Synchronisation, den schwachen Computeranimationen und den Zombies, die eher nach Fasching aussehen, als nach Bedrohung, gibt es auch positives zu berichten. Die Kameraarbeit von Jaron Presant ist wirklich schön, der jugendliche Hauptdarsteller Dan Byrd hat massive Ähnlichkeit mit Mike Meyers und Regisseur Hooper schafft eine durchgehend düstere Stimmung inklusive feinem Humor. Nur warum musste Dan Byrd als Freundin die gut 15 Jahre ältere Alexandra Adi zur Seite gestellt werden? Der Altersunterschied ist doch arg sichtbar (was die Dame übrigens nicht weniger ansehnlich macht).

Nach dem epochalen Kickstart mit Texas Chainsaw Massacre, der Stephen King-Verfilmung Salems Lot und dem flotten Dreier Poltergeist, Lifeforce und dem Invasion vom Mars-Remake dümpelte Tobe Hoopers Karriere vor sich hin. Hin und wieder gab es was fürs Fernsehen runterzukurbeln, doch an alte Erfolge konnte Hooper nie wieder anschließen. Das ist umso bedauerlicher wenn man um den Status seiner frühen Filme weiß. Prägte Texas Chainsaw Massacre nicht nur ein ganzes Genre, sondern inspiriert auch heute noch Filmemacher weltweit, hängt seinem Meilenstein Poltergeist der zweifelhafte Ruf an, dass Protege Spielberg öfter auf dem Regiestuhl saß als Hooper selbst (was man dem Film ehrlich gesagt auch ansieht – zumindest in der ersten Hälfte). Lifeforce wurde dann zu unrecht an den Kinokassen ignoriert und ist heute nur einem kleinen Kreis von Fans ein Begriff. Die Mischung aus Alien und Dawn of the Dead-Weltuntergang (die Bilder des brennenden Londons werden den Rezensenten sicher noch lange begleiten) war wohl doch zuviel.

Mortuary bietet anständige horrortypische Unterhaltung mit ein paar Längen und Löchern. Das Bonusmaterial ist in Ordnung: Behind the scenes, Trailer und CD-Rom Part liefern nette Einblicke in den Film. Bild und Ton sind gut.

Mortuary

Die einstige Genre-Ikone Tobe Hooper beweist all seinen Zweiflern, dass er es doch noch drauf hat. Irgendwie. In der abgespeckten Direct-to-Video-Variante zumindest.
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