Monster Village

Monster Village

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Grusel im 18. Jahrundert

Der neue Film von Steven R. Monroe (House of 9) macht auf den ersten Blick einen reichlich durchwachsenen Eindruck. Das Cover schreit Trash, der Trailer ebenso und die Story klingt auch nicht sonderlich toll. Doch es wäre zu hart, Monster Village / Ogre voreilig abzukanzeln. Sieht man über die – zugegeben – zahlreichen Unzulänglichkeiten hinweg, macht der fürs amerikanische Fernsehen produzierte Monstergrusler richtig Spaß.
Wie üblich bei Genrefilmen, in denen es um alte Dämonen, Zauberei und Fantasy geht, führt ein Prolog in die Vergangenheit. Das Dorf Ellensburg wird in der Mitte des 19. Jahrhunderts von einer Seuche heimgesucht, die nur vom Dorfmagier aufgehalten werden kann. Dieser wird dadurch nicht nur Bürgermeister: Von nun an muss jedes Jahr ein Bürger dem, in den umliegenden Wäldern lebenden, Oger geopfert werden. In diesem Oger manifestiert sich die Seuche und auch der Fluch, der nun über der kleinen Gemeinde liegt. Auch altern die Dorfbewohner nicht mehr und können die Dorfgrenzen nicht mehr überschreiten.

Im Heute kommen nun vier Freunde zum Campen und Forschen in eben diese Wälder. Das sie tatsächlich auf das legendäre Ellensburg stoßen, hätten sie sich schon nicht träumen lassen. Das aber hier auch noch Menschen leben, die angezogen sind, als lebten sie im 19. Jahrhundert, ist dann doch zu viel. Und dann kommt der Oger angestapft und verlangt sein Opfer...

Die Geschichte ist wahrlich nicht weltbewegend, von der Umsetzung des Monsters ganz zu schweigen. Doch Monster Village macht Spaß. Denn dem amateurhaft designten Oger, den durchschnittlich agierenden Darstellern und der etwas einfallslosen Regie, steht eine vollgepackte Handlung, eine akzeptable Animation und kaum Langeweile gegenüber. Natürlich darf man nicht den Anspruch haben, den man an einen Blockbuster hat. Wenn das von vorne herein klar ist, erlebt man keine allzu negative Überraschung. Und wenn man sich die Darstellerinterviews im Making Of ansieht, wie die Leute ihre Rolle selbst nicht so richtig ernst nehmen, wünscht man sich, Regisseur Monroe hätte die Inszenierung auch nicht zu ernst genommen. Mit mehr Eigenironie, hätte Monster Village ein richtiger Partykracher werden können. So reicht es aber immer noch für gute, blutige Genrefan-Bespaßung.

Monster Village

Der neue Film von Steven R. Monroe (House of 9) macht auf den ersten Blick einen reichlich durchwachsenen Eindruck.
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