Mohammed - Der Gesandte Gottes

Mohammed - Der Gesandte Gottes

Eine Filmkritik von Jean Lüdeke

Entstehungsgeschichte des Islam

Das größte Historienfilmprojekt, das sich je mit dem Islam beschäftigte: Da der just vieldiskutierte Islam jegliche Darstellung Mohammeds oder seiner Familie verbietet, werden diese im Film natürlich nie gezeigt. Die Schauspieler die mit Mohammed reden, sprechen immer direkt in die Kamera und reagieren auf nicht zu hörende Worte. Mohammeds Anwesenheit wird mit Hilfe eines Musikthemas deutlich gemacht.
Die lybisch-englisch-libanesische Koproduktion braucht sich nicht vor Hollywood zu verstecken, da sie mit sehr guten Darstellern, unter anderem Anthony Quinn, einer packenden Inszenierung und detailgetreuen Sets und Kostümen aufwartet: Die spielfilmisch verbrämte Historien-Dokumentation erzählt von der Entstehung des Islams im 7. Jahrhundert. Mohammed, der die Worte Gottes erhält, gibt diese an seine Freunde weiter, woraufhin man beginnt, einen neuen Glauben auszuüben, welcher schnell Zuspruch findet. Dies gefällt den Führern Mekkas mit ihren mehreren Gottheiten nicht, so dass sie die Moslems aus Mekka vertreiben, nachdem sie erfolglos versucht haben, Mohammed umzubringen. Die Moslems ziehen nach Medina, doch die Botschaft Gottes soll sich unbedingt durchsetzen...

Besonderes Merkmal des Films: Die Lebensgeschichte von Mohammad selbst zu bebildern verursacht das offensichtliche Dilemma, in einem visuellen künstlerischem Medium wie dem Film mit dem Bilderverbot des Islam für den Propheten zu Recht zukommen. Schließlich ist es nicht erlaubt, einen Propheten, das gilt nicht nur für Mohammad, abzulichten. Folgerichtig ist Mohammad in diesem Film, der immerhin seine Lebensgeschichte erzählen soll, niemals im Bild zu sehen. Wie lösten die Filmemacher dieses Problem? Auf unterschiedliche Art und Weise, teilweise sehr elegant, teilweise aber auch nicht cineastisch, denn häufig wird die Kamera selbst zum Darsteller, in dem sie die Position des Propheten einnimmt; was dann bedeutet, dass die Figuren auf der Leinwand Augenkontakt mit der Kameralinse und damit mit dem Zuschauer herstellen. Das ist etwas schon gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber bestens. Was jedoch nicht zum Besten steht, ist die Intention, den muslimischen Glauben glaubhaft zu transportieren; da steuern die Gewaltszenen deutlich dagegen.

Die Produktion von Mohammed – Der Gesandte Gottes war ein persönliches Anliegen des Produzenten und Regisseurs Moustapha Akkad. Er wollte unbedingt einen Spielfilm mit Hollywood-Stars über den Islam drehen, um der westlichen Welt die wahre Entstehungsgeschichte seiner Religion näher zu bringen. In der islamischen Welt galt Akkad als Held, der viel für das Verständnis zwischen den Religionen geleistet hat. Doch auch dieser Status sollte ihn nicht vor den Taten so genannter Fundamentalisten schützen: Am 9. November 2005 befand er sich gemeinsam mit seiner Tochter Rima im Hyatt-Hotel in der jordanischen Hauptstadt Amman. Auf das Hotel wurde von Selbstmord-Attentätern ein Anschlag verübt. Moustapha Akkad erlag zwei Tage später seinen Verletzungen, seine Tochter wurde sofort getötet.

Mohammed - Der Gesandte Gottes

Das größte Historienfilmprojekt, das sich je mit dem Islam beschäftigte: Da der just vieldiskutierte Islam jegliche Darstellung Mohammeds oder seiner Familie verbietet, werden diese im Film natürlich nie gezeigt.
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