Masada

Masada

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Der legendäre Kampf um die Festung als historischer Mehrteiler

Ein historisches Epos der Superlative hat der US-amerikanische Regisseur Boris Sagal mit Masada aus dem Jahre 1981 inszeniert. Mit einem Budget von über 20 Millionen Dollar entstanden innerhalb einer aufwändigen Produktion unter äußerst schwierigen Bedingungen in der kargen Gebirgsregion Israels zwischen dem Toten Meer und der Wüste acht Episoden des legendären Stoffes um die Festung Masada. Ursprünglich nach dem Roman The Antagonists von Ernest K. Gann für das Fernsehen gedreht, war eine auf zwei Stunden drastisch gekürzte Version von Masada seinerzeit in den deutschen Kinos zu sehen, und nun erscheint die komplette Serie mit einem Umfang von 360 Minuten auf DVD.
Um das Jahr 70 nach christlicher Zeitrechnung spitzt sich der Krieg des Römischen Reiches nach der Verwüstung Jerusalems gegen Judäa weiterhin zu. Der widerständige Anführer Eleazar ben-Ya’ir (Peter Strauss) flieht mit seiner Familie und weiteren knapp tausend Zeloten in die Wüste, um der Unterjochung durch den römischen Legaten Lucius Flavius Silva (Peter O’Toole) zu entgehen, wobei es ihnen bald darauf gelingt, sich auf die als uneinnehmbar geltende Festung Masada zurückzuziehen. Ebenso geschützt wie gefangen dort kann sich die jüdische Gemeinschaft um Eleazar tapfer gegen die Römer verteidigen und schlägt die Angebote Silvas zu einem Waffenstillstand hartnäckig aus. Doch als ihre Feinde eine Belagerungsrampe errichten und es nur noch eine Frage der Zeit ist, dass die Römer die Festung stürmen werden, was Tod oder Sklaverei bedeutet, trifft der stolze Eleazar mit seiner unbeugsamen Gemeinde eine drastische Entscheidung ...

Mit einer Heerschar von Studenten und Touristen als zufällig anwesende Statisten in der Umgebung von Masada sowie auf der Festung selbst gedreht stellt bereits die Entstehungsgeschichte dieser historischen Serie ein Abenteuer dar. Den einzelnen Episoden „Die Rebellen“, „Waffenstillstand“, „Sheva“, „Wasser in der Wüste“, „Das Omen“, „Der neue Feldherr“, „Ruhe vor dem Sturm“ und „Das Ende des Kampfes“ ist eine kleine Einführung sowie das Szenario junger israelischer Rekruten vorangestellt, die zur Leistung ihres Eids zu diesem charismatischen Ort reisen und der lange zurückliegenden Ereignisse gedenken. Diese Verknüpfung des Aktuellen mit der Vergangenheit, des Fiktiven mit dem Dokumentarischen sowie des Konkreten mit dem Symbolischen stellt eine anregende wie gewagte Komponente bei der Konzeption von Masada dar, deren Anspruch jedoch stimmig transportiert wird.

Dreifach für den Golden Globe sowie elf Mal für den Emmy nominiert wurden die Episoden mit dem „Eddie“ Schnitt-Preis der American Cinema Editors für Edwin F. England und Peter Kirby sowie mit jeweils einem Emmy für die Musik von Jerry Goldsmith sowie für David Warner als herausragenden Nebendarsteller ausgezeichnet. Die schauspielerischen Qualitäten des gesamten Ensembles reichen deutlich über das Fernsehformat von Masada hinaus, allen voran Peter Strauss und Peter O’Toole, dessen Performance im chicen Römer-Dress durchaus ein wenig unfreiwillige Komik ob seiner mitunter verführerischen Art der Selbstinszenierung anhaftet.

Masada

Ein historisches Epos der Superlative hat der US-amerikanische Regisseur Boris Sagal mit "Masada" aus dem Jahre 1981 inszeniert.
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