Macao

Macao

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ein Abenteuer-Krimi von Josef von Sternberg

Auch wenn ihre anfänglichen Begegnungen nicht gerade harmonisch verlaufen, ist von Beginn an klar, dass Jane Russell und Robert Mitchum im Verlauf dieses abenteuerlichen Schwarzweiß-Krimis aus dem Jahre 1952 zu einem Liebespaar werden. Im Rahmen der Arthaus Retrospektive erscheint dieser späte Film des österreichisch-amerikanischen Regisseurs Josef von Sternberg (Der blaue Engel, 1930, Blonde Venus, 1932, Abrechnung in Shanghai / The Shanghai Gesture, 1941), der für seine Verdienste um den deutschen Film 1963 mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet wurde. In einem für diesen Regisseur geradezu klassischen Ambiente von hübschen Frauen in ebensolcher Ausstattung, Hafengegenden und Glücksspieletablissements ereignet sich die wenig spektakuläre, doch ansprechend visualisierte Geschichte um die Barsängerin Julie Benson (Jane Russell) und den ehemaligen Soldaten Nick Cochran (Robert Mitchum), die in der Fremde von Macao ihr Glück suchen und in die Fänge des dubiosen Nachtclubbesitzers Vincent Halloran (Brad Dexter) geraten.
Mit dem Schiff treffen sie in Macao ein, und auch wenn sich ihre Wege zunächst trennen, werden sie sich bald wiedersehen: Der augenscheinlich harmlose Kaufmann Laurence Trumble (William Bendix), der undurchsichtige Ex-Soldat Nick Cochran und die so aparte wie energische Sängerin Julie Benson, die gleich beweist, dass sie auch eine geschickte Diebin ist, indem sie den noch ahnungslosen Cochran um seine gesamte Barschaft erleichtert. Von einem korrupten Polizisten erhält der mächtige Barbesitzer Vincent Halloran die Information, dass mit dem Schiff ein auf ihn angesetzter Detektiv angekommen ist, der den einschlägig vorbestraften Kriminellen in den Machtkreis der USA zurückführen soll, um ihn endlich hinter Gitter zu bringen. Der Verdacht fällt dabei sofort auf Nick Cochran, dem Halloran eine erhebliche Summe bietet, sofern er umgehend Macao wieder verlässt. Derweil engagiert der Barbesitzer Julie Benson als Sängerin, die nach ihrem wenig beachteten Auftritt mit Cochran eine Hafenrundfahrt unternimmt, während welcher die beiden sich wesentlich näher kommen, als Halloran das lieb ist, der selbst ein Auge auf die resolute Schöne geworfen hat ...

Während sich die Spannung und überraschende Wendungen in Grenzen halten, weist Macao Sequenzen stimmungsvoller Romantik, glamouröser Geldspielereien sowie stilvoll fotografierte Bilder auf. Für das Genre des Film Noir, für dessen Aufkommen auch Josef von Sternberg mit Filmen wie Shanghai-Express / Shanghai Express (1932) und Der Teufel ist eine Frau / The Devil Is a Woman (1935) steht, wirkt Macao auf Grund der Gestaltung seiner Charaktere und vor allem der Atmosphäre im Grunde allzu milde und wenig prägnant, und auch im Allgemeinen versickert der Krimi insgesamt im seichten Fluss einer gefälligen Dramaturgie. Regisseur Josef von Sternberg, dessen nostalgische Inszenierung den Film deswegen dennoch sehenswert macht, wurde im Übrigen wegen Streitigkeiten mit den Produzenten vor Beendigung der Dreharbeiten durch seinen später noch berühmten Kollegen Nicholas Ray ersetzt, der den Film schließlich fertigstellte.

Macao

Auch wenn ihre anfänglichen Begegnungen nicht gerade harmonisch verlaufen, ist von Beginn an klar, dass Jane Russell und Robert Mitchum im Verlauf dieses abenteuerlichen Schwarzweiß-Krimis aus dem Jahre 1952 zu einem Liebespaar werden.
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