Lügen der Liebe

Lügen der Liebe

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Gefühllastige Verstrickungen in Thriller-Atmosphäre

Der attraktive Max Mayer (Vincent Cassel) ist ein rastloser Zeitgenosse, der von einem geschäftlichen Treffen zum anderen hetzt und gerade im Begriff ist, sich mit Muriel (Sandrine Kiberlain) zu verheiraten, der Schwester seines Chefs. Kurz vor seiner Abreise zu einem beruflichen Termin in Japan entdeckt Max in einem Restaurant eine Frau, in welcher er seine frühere Geliebte Lisa (Monica Bellucci) zu erkennen glaubt.
Kurzerhand lässt er seine Pläne sausen und bemüht sich mit Hilfe seines Freundes Lucien (Jean-Philippe Écoffey), der ein Schuhgeschäft besitzt und gerade mit der hübschen Alice (Romane Bohringer) anbandelt, Lisa in Paris aufzuspüren, während seine Braut ihn in Japan wähnt. Als Max sich in das Appartement einschleicht, das er für Lisas Wohnung hält, trifft er dort auf Alice, die sich als Krankenschwester namens Lisa ausgibt und den verwirrten Max verführt, der nicht ahnt, dass es diese Frau ist, die mit Lucien ausgeht ...

Es ist ein kompliziertes, vielschichtiges und auf unterschiedlichen zeitlichen Ebenen angelegtes Verwirrspiel um zwei Frauen und zwei Männer, das der französische Regisseur Gilles Mimouni 1996 als sein Spielfilmdebüt inszeniert hat. Alice und Lisa sowie Max und Lucien kreisen umeinander in Sachen Liebe, Sehnsüchte und Träume, wobei es die einsam, unglücklich und verstört erscheinende Alice ist, die durch Tricks und Lügen den windigen Max erobern will, der sich tatsächlich in ihren Bann ziehen lässt. Lügen der Liebe, dessen deutscher Titel diese Verstrickungen deutlich transportiert, zeichnet sich durch eine mystisch anmutende Thriller-Atmosphäre aus, die in Ansichten und Auswüchse über große Gefühle eingebettet ist.

1998 mit dem British Independent Film Award sowie einem BAFTA als Bester nicht englischsprachiger Film prämiert besticht Lügen der Liebe einerseits durch seine beinahe parabelhafte Auseinandersetzung mit einer romantisierten Orientierungslosigkeit auf dem Terrain von Beziehungen und Bindungen. Andererseits verpuffen diese Ansätze überwiegend im Rahmen der mitunter unnötig verschachtelt erscheinenden Dramaturgie, deren Dramatik sich letztlich in Banalitäten entlädt. Dennoch bietet der Film mit den interessanten Kameraperspektiven von Thierry Arbogast und der stimmungstragenden Musik von Peter Chase durchaus ansprechende, spannende Unterhaltung, die sich immer wieder effektvoll aufbäumt, um allerdings überwiegend ins Leere zu laufen, und die sich gegen Ende des Films zuspitzende Konfrontation entbehrt dann doch einer wahrhaft berührenden Stringenz, so dass es allein die charmanten Bilder von Paris sowie die Gesichter der engagiert aufspielenden Akteure sind, die nachhaltig Eindruck hinterlassen.

Lügen der Liebe

Der attraktive Max Mayer (Vincent Cassel) ist ein rastloser Zeitgenosse, der von einem geschäftlichen Treffen zum anderen hetzt und gerade im Begriff ist, sich mit Muriel (Sandrine Kiberlain) zu verheiraten, der Schwester seines Chefs. Kurz vor seiner Abreise zu einem beruflichen Termin in Japan entdeckt Max in einem Restaurant eine Frau, in welcher er seine frühere Geliebte Lisa (Monica Bellucci) zu erkennen glaubt.
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