Les Mots bleus – Berlinale Wettbewerb 2005

Les Mots bleus – Berlinale Wettbewerb 2005

Ohne Worte

Die sechsjährige Anna (Camille Gauthier) weigert sich beharrlich zu sprechen, kein Wort kommt aus dem Mund der Kleinen. Obwohl sie nicht taubstumm ist, kommt sie trotzdem auf eine Schule für Taubstumme. Ein weiterer Schritt in die Isolation, die hauptsächlich von ihrer Mutter Clara (Sylvie Testud) vorangetrieben wird. Bizarre Rituale beherrschen den Alltag der beiden: So beobachtet das Kind immer wieder seine Mutter dabei, wie diese etwas heimlich in die Taschen von Annas Mantel steckt oder in den Saum des Ärmels einnäht. Es sind kleine Notizzettel, auf die Clara sich ihre Adresse hat schreiben lassen oder die Titel jener Bücher, die die Kleine so liebt, oder die Rezepte ihrer liebsten Kuchen oder die Strophen ihrer Wiegenlieder. Der Grund dafür: Clara befürchtet, dass sie und das Mädchen getrennt werden könnten, und diese Botschaften sind dafür bestimmt, dass es Anna später einmal gut haben soll. Erst in der Schule für Taubstumme trifft Anna einen Menschen, der versucht, den Fluch der Isolation zu durchbrechen und – der Erzieher Vincent (Sergi Lopez). Doch der Weg aus dem selbstgewählten Gefängnis ist hart für Clara, denn sie trägt seit ihrer Kindheit ein Geheimnis mit sich herum, ein Trauma, mit dem der ganze Wahnsinn begann…

Les Mots Bleus ist ein sehr ruhiger, stiller und einfühlsamer Film, bei dem vor allem die kleine Camille Gauthier durch ihre schauspielerische Leistung begeistern kann. Wem die Hauptdarstellerin Sylvie Testud übrigens seltsam bekannt vorkommt, der sei an Caroline Links wunderbaren Film Jenseits der Stille erinnert, in der Testud zum ersten Mal auftrat. Kein großer Film, aber sehenswert.

Les Mots bleus – Berlinale Wettbewerb 2005

Die sechsjährige Anna (Camille Gauthier) weigert sich beharrlich zu sprechen, kein Wort kommt aus dem Mund der Kleinen. Obwohl sie nicht taubstumm ist, kommt sie trotzdem auf eine Schule für Taubstumme.

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Meinungen
Chagall · 24.07.2019

Wenn dies kein großer Film sein soll, dann frage ich mich wirklich welche Kriterien einen großen Film bestimmen.
Es ist ein ganz großer Film, der nicht mit abgedroschenen und platten Parolen Eindruck erweckt, sondern nonverbal mehr zu sagen hat als alle Mainstream-Filme.
Aber so ist das leider, wenn es darum geht, selbst zu denken und vor allen Dingen zu fühlen, da ist die Kapazität von manchem eben überschritten.

Kommentare

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