Les mains libres

Les mains libres

Eine Filmkritik von Lida Bach

Gefangene des Herzens

Eine Kollegin hält Barbara im Flur auf. Da sei eine Sache, die sie mit ihr besprechen müsse. Für einen Moment erstarrt Barbara. Ertappt - gefangen - verraten? Nein! Zwischen zwei Insassen der Strafanstalt, die der Schauplatz von Les mains libres ist, bahne sich ein Konflikt an, wird ihr berichtet. Von dem, was zwischen Barbara und Michel vor sich geht, ahnt die Kollegin nichts. Aber Barbara (Ronit Elkabetz) ist gewarnt. Die Warnung wird die sinnliche Protagonistin in Brigitte Sys kühlem Liebesdrama in den Wind schlagen.
Seine Hände formt der Häftling Michel (Carlo Brandt) zu einer Waffe, mit der er sanft auf ihre Stirn zielt. Der Schuss trifft Barbara ins Herz. Die in der Gefängnisarbeit erfahrene Regisseurin inszeniert gemeinsam mit den Häftlingen einen Film, der auf tatsächlichen Erlebnissen der Insassen basiert. Einer von ihnen ist der lakonische Michel, dessen Beobachtungsgabe die Filmemacherin fasziniert.

Gleichzeitig geborgen und verwundet fühlt sie sich durch ihre Liebe zu ihm, von der sie weiß, dass sie ein Spiel mit dem Feuer ist. Kriminelle lieben es, in Bars herumzulungern, erzählt er ihr. In Bars ist "die Action", in Bars trifft man Leute. Jahrzehnte warten manche auf den großen Coup, immerzu davon redend, was sie getan haben und tun werden: "Aber niemals tun sie etwas."

In Wahrheit beschreiben Michel Worte Barbaras eigenes Leben. Durch den Umgang mit den Kriminellen fühlt sie sich lebendig. Sie dokumentiert deren Erlebnisse und inszeniert sie, während ihr die Regie über ihr eigenes Leben entgleitet. Barbaras äußere Beherrschtheit dient dazu, ihre Emotionalität zu verbergen. Der seelische Konflikt spiegelt sich in ihrer Erscheinung. Physisch ist die verlebte Künstlerin ähnlich wie Michel wenig anziehend. Ihre Sinnlichkeit liegt vielmehr in ihren Gesten und Blicken. Michel durchschaut ihre Maske und reißt sie ihr vom Gesicht. Befreiung und Furcht vor der seelischen Blöße vermischen sich in der Liebe Barbaras. Ihre emotionale Abhängigkeit von einem drogensüchtigen ehemaligen Liebhaber überwindet sie durch die Bindung an Michel.

Michel ist durch den Überwachungsapparat der Strafanstalt der Entblößung ausgesetzt. Barbaras Entblößung vor Michel ist freiwillig. Dabei hat er ihr bereits lange zuvor gesagt, dass er keine Kontrollposition, wie die verhassten Wärter will. Die versteckten Untertöne von Abhängigkeit, Selbst- und Fremdbestimmung lotet Les mains libres jedoch nie aus. Bewusst distanziert sich Brigitte Sy vom romantischen Klischee der Affäre zwischen Häftling und Therapeutin. Ihr nüchternes Beziehungsdrama ist ein Abgesang auf die erstickende Übermacht der Mauern, die gesellschaftliche Beschränkungen versinnbildlichen.

Les mains libres basiert auf einer wahren Geschichte. Die Realität innerhalb der Strafanstalt kennt die Regisseurin und Autorin Brigitte Sy aus eigener Erfahrung. 1997 inszenierte sie im Santé Gefängnis das Theaterstück Annette lève l'encre, das von dort in das Pariser National Theater übertragen wurde. Wie persönlich das Drama ist, lassen die Worte eines Häftlings erahnen, die Brigitte Sy in ihrem Statement zu dem Film zitiert: "Meine Gedanken können nicht von meinem Körper getrennt werden, so wie meine Vorstellungskraft in meinem Körper gefangen ist."

Les mains libres

Eine Kollegin hält Barbara im Flur auf. Da sei eine Sache, die sie mit ihr besprechen müsse. Für einen Moment erstarrt Barbara. Ertappt - gefangen - verraten? Nein! Zwischen zwei Insassen der Strafanstalt, die der Schauplatz von "Les mains libres" ist, bahne sich ein Konflikt an, wird ihr berichtet. Von dem, was zwischen Barbara und Michel vor sich geht, ahnt die Kollegin nichts. Aber Barbara (Ronit Elkabetz) ist gewarnt. Die Warnung wird die sinnliche Protagonistin in Brigitte Sys kühlem Liebesdrama in den Wind schlagen.
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Meinungen
Till · 16.02.2011

Schöne Inhaltsangabe, aber als Filmkritik vollkommen unbrauchbar. Man erfährt rein gar nichts über die filmsiche Umsetzung, über Stil, Schauspiel, etc. pp.

Kommentare

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