Last Resort

Last Resort

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Eine Liebe im Zwischenraum

Als die junge russische Buchillustratorin Tanja (Dina Korzun) gemeinsam mit ihrem zehnjährigen Sohn Artiom (Artiom Strelnikov) mit dem Flugzeug in England landet ist die Welt noch in Ordnung. Die junge Frau freut sich auf das Wiedersehen mit ihrem Verlobten, doch der kommt nicht. Da die 85 US-Dollar, die sie bei sich hat, nicht ausreichen, um als Touristin anerkannt zu werden, beantragt Tanja für sich und ihren Sohn spontan politisches Asyl. Nun beginnt ein bürokratischer Prozess, der sich ebenso nervenaufreibend wie entwürdigend und frustrierend gestaltet.
Tanja und ihr Sohn werden in ein Übergangslager in dem heruntergekommenen Seebad Stonehaven geschickt, zusammen mit anderen Asylbewerbern sind sie zum Nichtstun verdammt, gefangen in der Zwischenwelt eines Lebens ohne Rechte, ohne Geld und ohne Perspektive. Als Tanjas Verlobter sie wissen lässt, dass er sie nicht mehr sehen will, beschließt sie, wieder nach Moskau zu fahren. Doch dann lernt sie den Spielhallenbetreiber Alfie (Paddy Considine) kennen, der sich rührend um die junge Frau kümmert. Und da sich auch Artiom und Alfie gut verstehen, will der neue Mann ins Tanjas Leben sie schon bald dazu überreden, nicht mehr in ihre Heimat zurückzukehren. Tanja muss sich entscheiden zwischen der alten Heimat und einem Land, das sie kaum kennt und das sie nicht gerade anziehend findet…

Schlicht, beinahe spröde kommt Pawel Pawlikowskis bereits im Jahre 2000 gedrehter Film Last Resort daher, dessen ungeschminkter Blick auf die Realitäten und die Tristesse eines Lebens im Zwischenraum stellenweise an den schonungslos nüchternen Blick der Dogma-Bewegung erinnert. Pawlikwoski konzentriert sich dabei vor allem auf die zarte Liebesgeschichte zwischen Tanja und Alfie und vermeidet ein allzu politisches Agieren. Doch das Unbehagen über die Situation der Asylanten ist allgegenwärtig und bewahrt die romantische Liebe vor jeder Form der Süßlichkeit oder Beliebigkeit. Ein Film, der mit beinahe dokumentarischem Blick soziale Missstände aufzeigt und der trotzdem Hoffnung macht.

Last Resort

Als die junge russische Buchillustratorin Tanja (Dina Korzun) gemeinsam mit ihrem zehnjährigen Sohn Artiom (Artiom Strelnikov) mit dem Flugzeug in England landet ist die Welt noch in Ordnung.
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