La Frontière de l`Aube

La Frontière de l`Aube

Eine Filmkritik von Red.

Eine unendliche Liebe

Der 1948 geborene Regisseur Philippe Garrel zählt bis heute zu den großen Außenseitern des französischen Kinos. Die meist in Schwarzweiß gedrehten Filme des „Filmemachers des Unbehagens“ erinnern an Bresson, Godard und die Werke des amerikanischen Underground-Kinos. Sie sind dem Geist der 68er-Reovlution ebenso verhaftet wie der Ära der Stummfilme, deren filmischer Mittel sich Garrel immer wieder bedient. Poetisch, metaphorisch, meist sehr persönlich und ohne jegliche digitalen Effekte sind seine Filme so etwas wie die Antithese par excellence zum Hollywood-Kino unserer Tage und übertreffen in ihrer Beschränkung auf die Quintessenz des Kinos und in ihrem revolutionären Geist selbst noch die Werke der Nouvelle Vague. Garrel gilt als wichtigster Filmemacher der Zanzibar-Bewegung, deren Filme als unmittelbare Folge der Ereignisse des Mai 1968 gelten und die in enger Verbindung mit Andy Warhol standen.
Sein Wettbewerbsbeitrag La Frontière de l`Aube / Frontier of Dawn handelt von einer Amour fou, die natürlich – wo sonst – in Paris spielt. Der junge Fotograf François (Louis, Garrel, der Sohn des Regisseurs, bekannt unter anderem durch Filme wie Actrices – Oder der Traum aus der Nacht davor oder The Dreamers) lernt bei einem Fotoshooting die Schauspielerin Carole (Laura Smet, die Tochter des Sängers Johnny Halliday) kennen. Die beiden beginnen eine Affäre miteinander, die jäh endet, als Caroles Mann von einem längeren Auslandsaufenthalt zurückkehrt. Doch Carole kann nicht mehr von François lassen, bis dieser ernüchtert ihre drängenden Liebesbriefe unbeantwortet lässt. Carole verfällt dem Wahnsinn und nimmt sich schließlich das Leben. Genau ein Jahr nach ihrem Tod erscheint sie François im Spiegel und versucht ihn endgültig für sich zu gewinnen.

Wolfgang Höbel beschreibt Garrels Werk bei Spiegel Online als „schön durchgeknalltes, weil märchenseliges Melodram“ und ist hin- und hergerissen zwischen Ablehnung und Begeisterung: „Er erzählt merkwürdig, ja manchmal lächerlich gestelzt und doch hinreißend schön noch mal die Story der zwei Liebenden, die erst im Tod wirklich zueinander finden.“ Verena Dauerer von Arte bezeichnet La Frontière de l`Aube / Frontier of Dawn als „Kunstfilm im altmodischen Sinn“, merkt aber an, dass das alles „ein wenig gekünstelt“ wirke und den Bezug zur Gegenwart vermissen lasse. Dominik Kamalzadeh vom Standard in Wien schreibt: „Garrel geht zu der so unzeitgemäßen romantischen Emphase, die dieser Geschichte innewohnt, in keiner Weise auf Distanz. Das genügt offenbar schon, dass manche den Film als Zumutung empfinden. Dabei kommt die Inszenierung, die den Ausdruck der Körper in kontrastreichen SchwarzWeiß-Bildern festhält, mit sparsamen Mitteln aus und versteigt sich nie ins Sentimentale.“

Auch Karina Longworth kann dem Film in ihrem Blog einiges abgewinnen und hat vor allem in der zweiten Hälfte des Films Szenen gesehen, die „angsteinflößender sind als alles, was ich in den letzten Jahren in Horrorfilmen gesehen habe“. Zugleich, so schreibt die Kritikerin weiter, seien diese Szenen „unglaublich bewegend in ihrer Beschwörung einer Liebe, die nicht sterben wird.“ Lisa Nesselson von Screen International schreibt über La Frontière de l`Aube / Frontier of Dawn , der Film sei zwar „reizend, aber peinlich rückwärtsgewandt“. Leslie Felperin von Variety befürchtet gar eine „Exkommunizierung des Filmemachers“ durch seine früheren Unterstützer und Gefolgsleute und stellt fest, der Film verfüge über „einen gehörigen Anteil an prätentiösem Kitsch“.

La Frontière de l`Aube

Der 1948 geborene Regisseur Philippe Garrel zählt bis heute zu den großen Außenseitern des französischen Kinos. Die meist in Schwarzweiß gedrehten Filme des „Filmemachers des Unbehagens“ erinnern an Bresson, Godard und die Werke des amerikanischen Underground-Kinos.
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Meinungen
Hana · 03.07.2009

hallo will den film unbedingt sehn, im Raum Stuttgart, wisst ihr wo ich ihn anschaun kann?? lg

Kommentare

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