L.A. Crash

L.A. Crash

Eine Filmkritik von Gesine Grassel

Leben ist lebensgefährlich

36 Stunden in L.A., 36 Stunden im Leben einer Handvoll Menschen, die auf der Suche sind. Ein schicksalhafter Autounfall führt sie zusammen. Der Schmelztiegel USA abseits der Sonnenseite des Lebens. Eine Verkettung von Zufällen zur falschen Zeit am falschen Ort.
Staatsanwalt Rick Cabot (Brandan Fraser) und seine Ehefrau Jean (Sandra Bullock) werden nachts auf offener Straße überfallen. Da die beiden Täter schwarz sind, fühlt sich das Paar in seinen rassistischen Vorurteilen bestätigt. Jean ist völlig verängstigt, da sie auch mit Geld keine völlige Sicherheit kaufen kann. Die beiden Täter. die Trickbetrüger Peter (Larenz Tate) und Anthony (Chris „Ludacris“ Bridges), stehlen das Auto und rauschen davon. Noch mehr Hass auf Farbige hat der Officer John Ryan (Matt Dillon), der mit seinem jungen Kollegen Tom (Ryan Philippe) auf nächtlicher Streife durch die Straßen von L.A. unterwegs ist. Die beiden stoppen den Wagen des schwarzen Ehepaars Cameron (Terrence Howard) und Christine (Thandie Newton). Obwohl die Beschreibung der Täter des Autodiebstahles nicht auf das Paar zutrifft, besteht Officer Ryan auf Leibesvisitation und inspiziert den Körper von Christine etwas zu genau. Diese fühlt sich erniedrigt und macht ihrem Mann Cameron bittere Vorwürfe, weil er sie nicht verteidigt hat. Der Nachwuchscop Tom ist von den Geschehnissen schockiert und fragt am nächsten Tag nach einem neuen Partner. Doch auch er kann seine Vorurteile nicht völlig ablegen und begeht einen entscheidenden Fehler.

Am anderen Ende der Stadt versucht der Leutnant Graham Waters (Don Cheadle) seine Familie zu schützen und manipuliert einen Fall. Waters liefert einen Ausländer an die Polizei aus, wissentlich, dass er den wahren Täter damit schützt.

Daniel ist Latino und arbeitet beim Schlüsseldienst. Seine Tochter Lara (Ashlyn Sanchez) fürchtet sich vor Waffen und schläft unter ihrem Bett. Seine Familie bringt Daniel mehr schlecht als recht durch. Als er seinen Kunden Farhad (Shaun Toub), Besitzer eines iranischen Kleinwarenladens, auffordert, ein neues Schloss für die Ladentür zu besorgen, reagiert dieser mit Ablehnung. Es kommt zum Streit und Daniel lässt den Auftrag platzen. Als in der Nacht im Laden eingebrochen wird, steht für den Ladenbesitzer der Täter fest und er macht sich auf die Suche nach ihm.

Eine Gruppe von Menschen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Irgendwann führt sie das Schicksal zusammen und die Weisheit „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben“ gewinnt an Bedeutung. Ihre Wege kreuzen sich, trennen sich wieder. Alles sind hin und her gerissen zwischen Angst, Wut, Verzweiflung, aber auch Hoffnung und Glück.

Regisseur und Drehbuchschreiber Paul Haggis hat einen schwermütigen und nachdenklichen Film über die Menschen von L.A. gemacht. Die Episoden thematisieren den offenen und versteckten Rassismus, die Grenzen der sozialen Systeme und zeigen Vorurteile der verschiedenen ethnischen Kulturen auf. Auch wenn versucht wird, sich davon freizumachen, bleibt man in den anerzogenen und gesellschaftlich determinierten Ansichten gefangen. Haggis spricht sich gegen diesen Wahn aus, zeigt neben vergebenen Chancen auch unerwartete Hilfsbereitschaft und Menschen, die über sich reflektieren und sich ändern können.

Nach seinem Erfolg als Drehbuchautor von Million Dollar Baby liefert der Kanadier mit dem Ensemble-Drama ein beeindruckendes Regie-Debüt. Ein packendes und leidenschaftliches Drama, für das er auf seine 25 Jahre in L.A. zurückblickte.

L.A. Crash

36 Stunden in L.A., 36 Stunden im Leben einer Handvoll Menschen, die auf der Suche sind. Ein schicksalhafter Autounfall führt sie zusammen. Der Schmelztiegel USA abseits der Sonnenseite des Lebens.
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