Kiss the Coach

Kiss the Coach

Eine Filmkritik von Martin Beck

Verwuscheltes Haar und verschmitztes Grinsen

Eigentlich könnte man sich eine Kritik zu Kiss the Coach sparen, denn solche Filme funktionieren vor allem über die Hirnanhangdrüse. Solange ein gewisser Produktionsstandard gesichert bleibt und ein Happy End passiert, müssen die Hauptdarsteller einfach nur physische Attraktivität zeigen und verschmitzt lachen können. Genauso wie natürlich tief bewegt losweinen und lautstark über enttäuschte Gefühle reden, unweigerlich begleitet von wild fuchtelnden Armen.
Zum Glück hält sich die Zahl der Filme, die über solch rote Knöpfe funktionieren nach wie vor in Grenzen, doch wenn sie dann hereinbrechen, kann einem angesichts der gezeigten Verzweiflung wirklich schlecht werden. Vorhang auf also für Kiss the Coach und zeitgleich Ohren zu für Argumente wie "ist doch nette Unterhaltung", "ihr Männer schaut doch auch nur Action" und "Gerard Butler ist echt heiß". Wenn die Leinwand nur so vor Klischees trieft, möchte dieser Text das auch für sich einfordern.

Mit dem kleinen Unterschied, dass Kiss the Coach nicht anders kann. Der Film ist von vorne bis hinten einfach nur schlecht und überzeugt weder als Sportfilm noch als RomCom und Familiendrama. Mehr noch, dieser gemischte Genresalat, der hier angerichtet wird, stolpert ständig über die eigenen Füße und wirkt so verplant bis lustlos, dass man selbst während eines Langstreckenflugs nicht dranbleiben würde. Hier stimmt einfach nichts, bis runter zu der irritierenden Feststellung, dass CGI jetzt auch schon gegen weibliche Falten eingesetzt wird und Teile des Films –Stichwort Perücke - offensichtlich nachgedreht wurden.

Gerard Butler, jener welcher diese Perücke tragen darf, spielt in Kiss the Coach einen abgehalfterten Fußballspieler, der a) Frau und Sohn zurückgewinnen möchte, b) Coach vom örtlichen Soccerteam wird und c) dabei reihenweise unbefriedigte Vorstadt-Mamas anzieht. Die unter anderem von Catherine Zeta-Jones und Uma Thurman gespielt werden, und dabei mimisch so blank ziehen, dass man sich beizeiten in einem Blake-Edwards-Film wähnt. Ohne einen einzigen Lacher. Aber dafür mit psychisch labilen Wracks, die sich halbnackt ausziehen und dann um Sex betteln.

In Sachen RomCom watet Kiss the Coach durch misogynistischen/ hysterischen Desperate Houswives-Quatsch, in Sachen Familiendrama trägt Jessica Biel eine ständige Leidensmiene, die fast ein bisschen gequält erscheint, und in Sachen Sportfilm läuft alles natürlich auf ein Endspiel hinaus, bei dem die Schmalztube nach allen Seiten zu platzen droht. Wie mechanisch aufgezogen hakt der Film alle inhaltlichen Bauklötzchen ab, immer hübsch bedacht auf fade Oberflächlichkeit. Wenn man selbst nicht mit der Kneifzange die hier gezeigten Personen kennenlernen möchte, wieso sollte man sich dann so eine verklemmte Gefühlsduseligkeit im Kino ansehen?

Na, weil doch der süße Gerard Butler mitspielt. Und das nette Unterhaltung für einen Mädelsabend ist. Und Drehbuchautor Robbie Fox hier sein Comeback feiert – nach knapp 20 Jahren Pause seit In the Army Now – Die Trottel der Kompanie. Und Regisseur Gabriele Muccino doch bereits bei Sieben Leben bewiesen hat, dass selbst der größte Schmalztopf noch rot werden kann – sofern man ihn nur schmerzbefreit genug in den Arm nimmt...und dabei wahrscheinlich der Meinung ist, mittels dem Zeigen von Tränen automatisch auch bei den Zuschauern auf Salzwasser umzuschalten.

Um es mal mit dem Fußball-Aspekt der Veranstaltung zusammenzufassen: Kiss the Coach bekommt die rote Karte.

Kiss the Coach

Eigentlich könnte man sich eine Kritik zu "Kiss the Coach" sparen, denn solche Filme funktionieren vor allem über die Hirnanhangdrüse. Solange ein gewisser Produktionsstandard gesichert bleibt und ein Happy End passiert, müssen die Hauptdarsteller einfach nur physische Attraktivität zeigen und verschmitzt lachen können. Genauso wie natürlich tief bewegt losweinen und lautstark über enttäuschte Gefühle reden, unweigerlich begleitet von wild fuchtelnden Armen.
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Kiss The Coach von Gabriele Muccino
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Meinungen
Sharkmouse68 · 05.11.2012

Hier steht als Release Date der 6.Dezember?? Stimmt das denn noch? Man findet nirgends Infos die das untermauern?

Kommentare

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Titel
Kiss the Coach
Verwuscheltes Haar und verschmitztes Grinsen
Originaltitel
Playing for Keeps
Startdatum
FSK
o.Al.

Daten und Fakten

Produktionsland
Filmlänge
105 Min
DVD
Veröffentlichung
Spielzeit DVD
102 Min
Bildformat
16:9
Sprache(n) & Ton
Dolby Digital 5.1, Deutsch, Englisch
Extras
Deleted Scenes, Featurettes
DVD-Vertrieb
Blu-Ray
VoD & Streaming
TV

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