King Kong Collection

King Kong Collection

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Von den Anfangszeiten der Spezialeffekte

Dieser riesige Gorilla, der im Jahre 1933 mit King Kong und die weiße Frau / King Kong von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack seine erfolgreiche Leinwandpremiere in New York City feierte, ist mittlerweile zu einer Legende der Filmgeschichte avanciert. Noch im selben Jahr erschien die Fortsetzung King Kongs Sohn / The Son of Kong, und 1949 inszenierte Regisseur Ernest B. Schoedsack einen dritten Teil, der unter dem Titel Panik um King Kong / Mighty Joe Young in die Kinos kam. Die mit damals innovativer Technik gedrehten Geschichten um das tragische Monster, das zum Opfer von Zurschaustellung und Sensationslust wird, haben weltweit Millionen von Zuschauern erreicht, und innerhalb der King Kong Collection von Arthaus kommen die beiden Fortsetzungen des Klassikers nun erstmals in Deutschland auf DVD heraus.
Als sich der Abenteuerfilmer Carl Denham (Robert Armstrong) mit seiner Crew für die nächste Fahrt mit dem Frachter „Venture“ vorbereitet, erhebt er das Ziel dieser Reise zu einem Geheimnis, was es ihm nicht gerade leichter macht, eine Schauspielerin zu engagieren. Kurz vor dem Auslaufen des Schiffs begibt sich Denham in New York City auf die Suche nach einer geeigneten jungen Frau, die er für seine geplante Grusel-Romanze einsetzen kann. Durch Zufall begegnet er der mittellosen Diebin Ann Darrow (Fay Wray), die er überzeugen kann, sich aus ihrer existentiellen Not heraus der Reisegesellschaft ins Ungewisse anzuschließen. Nach langer Fahrt erreicht die Venture das rätselhafte Skull Island, auf dem ein Berg in Form eines Schädels die tropische Landschaft überragt. Die fremden Besucher aus der Zivilisation platzen sehr zum Unmut der Inselbewohner geradewegs in eine rituelle Zeremonie, bei welcher dem Inselgott Kong ein Menschenopfer dargebracht werden soll. Auch wenn dem Filmteam der überstürzte Rückzug gelingt, wird in der Nacht die hübsche Ann entführt und findet sich nunmehr als Gabe an den gewaltigen Gorilla wieder, der allerdings eine Affenliebe für die blonde junge Frau entwickelt …

King Kong und die weiße Frau sorgte zur Zeit der Anfänge des Tonfilms vor allem auf Grund der spektakulären Spezialeffekte für Furore, die mit Innovationen innerhalb der Filmmusik von Max Steiner einhergingen. Kulturwissenschaftliche Rezeptionen haben sich im Laufe der Jahrzehnte innerhalb der unterschiedlichsten Ansätze mit dem Phänomen des emotionalisierten Monsters auseinander gesetzt, wobei die Interpretationen ein buntes Spektrum an psychologischen und philosophischen Deutungsmustern beherbergen. Transportiert der Film zahlreiche Klischees der spätkolonialistischen Ära, beinhaltet er auch kritische Aspekte zur Sensationsgier des Showgeschäfts, lässt den überdimensionalen Gorilla die aufragenden Symbole der Zivilisation erklimmen und letztlich als tragischen, widerständigen Helden im aussichtslosen Kampf würdig untergehen.

Die deutlich heiterer orientierte Fortsetzung King Kongs Sohn führt den Regisseur Carl Denham erneut nach Skull Island, wo er dem Spross des legendären Kong begegnet, während Panik um King Kong sechszehn Jahre später im Grunde eine ganz andere Geschichte und Gorilla-Figur einführt, die als Baby bei einem jungen Mädchen aufwächst, zu dem sie eine herzliche Bindung entwickelt. Der Film wurde 1950 mit einem Oscar für die Besten Spezialeffekte ausgestattet und betont in deutlich stärkerem Maße als seine Vorgänger die Kritik am achtlosen Umgang mit der außergewöhnlichen Kreatur, der hier auch erstmals letztlich kein tödliches Schicksal widerfährt.

King Kong Collection

Dieser riesige Gorilla, der im Jahre 1933 mit „King Kong und die weiße Frau“ / „King Kong“ von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack seine erfolgreiche Leinwandpremiere in New York City feierte, ist mittlerweile zu einer Legende der Filmgeschichte avanciert.
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