Killer Joe

Killer Joe

Ekelhafte Feier des Sadismus

Der Plan ist einfach und deshalb schon am Anfang für alle Beteiligten zum Scheitern verurteilt: Der Drogendealer Chris (Emile Hirsch) braucht dringend Geld, um nicht von örtlichen Gangstern umgebracht zu werden. Mit seinem Vater (Thomas Haden Church) beschließt er, die eigene Mutter umbringen zu lassen, um so deren Lebensversicherung kassieren zu können. Deshalb wird Killer Joe (Matthew McConaughey) engagiert. Da man ihn aber nicht vorab bezahlen kann, verlangt er im Gegenzug sexuelle Gefälligkeiten von Chris‘ kleiner Schwester Dottie (Juno Temple).
Killer Joe basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Tracey Letts, der hier auf der Grundlage seines eigenen Stücks auch das Drehbuch verfasst hat. Der Film ist damit auch die zweite Zusammenarbeit zwischen Autor Letts und Regisseur William Friedkin, die zuletzt in dem sehr verstörenden Bug resultierte. Das neue Projekt der beiden ist hinsichtlich ihrer ersten Kooperation zwar nicht weniger verstörend, brutal und gewalttätig, aber dafür wirkt die Inszenierung dieser texanischen Gewaltgeschichte wesentlich uninspirierter.

Die Kompromisslosigkeit, die dieser schmutzige Genrefilm suggeriert erschöpft sich eigentlich dadurch, dass die Inszenierung im Prinzip nur nach dem nächsten Gewaltexzess giert. Diesen setzt Friedkin kaltblütig in Szene, wobei ihm aber nur einmal eine Sequenz gelingt, die eine ekelhaft perverse Intensität verströmt, die an die berühmte Isabella Rossellini-Szene in David Lynchs Blue Velvet erinnert. Ein vielleicht besserer Vergleich zu Killer Joe scheint Michael Winterbottoms The Killer Inside Me zu sein, der eine ganz ähnliche Geschichte erzählt und an den gleichen Unzulänglichkeiten scheiterte. Da nutzt es auch wenig, dass Matthew McConaughey, Emile Hirsch und Christian Hayden Church ihre Rollen sehr willig und engagiert verkörpern. Auch sie können gegen die zweckgerichtete Haltung des Regisseurs nichts anstellen. Sie werden schlicht und einfach ausgenutzt.

Das Problem bei Killer Joe ist wie immer die Frage nach der Gewaltinszenierung im Kino. Wie weit ist man gewillt der zynischen Gleichgültigkeit der Inszenierung um ihrer selbst willen zu folgen? Im Falle von Killer Joe scheint nicht mal mehr der Bezug auf die Gesetze des Genrekinos auszureichen, um das Gezeigte unbekümmert ansehen zu können. Diese Feier des ekelhaften Sadismus will man nicht genießen.

(Festivalkritik Venedig 2011 von Patrick Wellinski)

Killer Joe

Der Plan ist einfach und deshalb schon am Anfang für alle Beteiligten zum Scheitern verurteilt: Der Drogendealer Chris (Emile Hirsch) braucht dringend Geld, um nicht von örtlichen Gangstern umgebracht zu werden. Mit seinem Vater (Thomas Haden Church) beschließt er, die eigene Mutter umbringen zu lassen, um so deren Lebensversicherung kassieren zu können.
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Killer Joe von William Friedkin
Killer Joe von William Friedkin
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Killer Joe - Trailer (englisch)

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Killer Joe
Ekelhafte Feier des Sadismus
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