Kanikōsen

Kanikōsen

Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Arbeitslager auf hoher See

Eine schwimmende Konservenfabrik in japanischen Gewässern. Männer schuften und schwitzen am Fließband, sortieren, zerstampfen und verpacken rosarote Krabben in kleine goldene Konservendosen. Das Leid steht ihnen ins Gesicht geschrieben, immer wieder werden sie von ihren Vorarbeitern drangsaliert und verprügelt. Man erfährt nicht wirklich, wie die Männer auf das Schiff gekommen und warum sie dieser Schwerstarbeit ausgesetzt sind. Aber dass sie das eher unfreiwillig tun und von Freiheit und Reichtum träumen, ist offensichtlich. Nach den vielen Demütigungen, Blutvergießen und Schlägen kommt es schließlich zum Aufstand. Sabu, der bereits Stammgast auf der Berlinale ist, zuletzt mit Shisso (2006) im Panorama und mit The Blessing Bell (2002) im Forum, hat mit Kanikōsen eine düstere, wenngleich auch ironische Parabel über die Ausbeutung der Armen und Schwachen im Neoliberalismus gedreht. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Takiji Kobayashi, erschienen im Jahr 1929, der bis heute als eines der Standardwerke proletarischer Literatur gilt. Es sind die Reichen (einige wenige), die mit der Arbeitskraft der Armen (viele) und ihrem Schweiß Profit machen wollen. Die Armen haben nichts davon, die Reichen alles.
Kanikōsen ist ein bedrückender Film. Nur selten verlässt die Kamera das Schiffsinnere, die Enge und die Dunkelheit, die sich zu einem klaustrophobischen Kammerspiel zusammenfügen. Doch es wäre kein echter Sabu-Film, wenn der japanische Regisseur, der mit wirklichen Namen Hiroyuki Tanaka heißt, ihm nicht eine gute Portion absurden Humors beigemischt hätte. Irrwitzig und abgedreht die Szene des kollektiven Selbstmordes – ein Verweis auf Harakiri, den rituellen Suizid – den die Männer gründlich vermasseln. Auch wenn der Film einen lebensbejahenden, hoffnungsvollen Ausgang hat, ist Kanikōsen keine leichte Kost. Sabu-Fans werden auf ihre Kosten kommen, Freunde des stillen japanischen Films eher weniger.

Kanikōsen

Eine schwimmende Konservenfabrik in japanischen Gewässern. Männer schuften und schwitzen am Fließband, sortieren, zerstampfen und verpacken rosarote Krabben in kleine goldene Konservendosen. Das Leid steht ihnen ins Gesicht geschrieben, immer wieder werden sie von ihren Vorarbeitern drangsaliert und verprügelt.
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