Kaltblütig

Kaltblütig

10 Dollar pro Mensch

Die schreckliche Tat war einer der bekanntesten Morde der USA: Auf einer einsamen Farm in Kansas bringen die beiden Ex-Häftlinge Perry Smith und Dick Hickock den vermeintlich reichen Farmer Herbert W. Clutter, seine Frau und deren Sohn Kenyon und Tochter Nancy kaltblütig um. Die Beute allerdings fällt weitaus geringer aus, als die beiden sich das erhofft hatten, sie besteht aus gerade mal 40 Dollar, einem Radio und einem Fernglas.
Wie durch einen Zufall sterben in dieser Nacht im Jahr 1959 auf der Farm der Clutters nicht noch mehr Menschen, denn die beiden älteren Töchter der Familie haben kurz zuvor das Anwesen verlassen. Als Smith und Hickock von ihrer Flucht nach Mexiko zurückkehren, werden sie von der Polizei geschnappt, und die Mühlen der Justiz setzen sich in Bewegung. Beide Täter werden zum Tod verurteilt und enden am Strang.

Der wahre Fall des Mordes an der Farmerfamilie Clutter erschütterte die USA wie kaum ein Fall zuvor. Es war vor allem die Kaltblütigkeit, mit der Smith und Hickock wegen 40 Dollar vier Menschenleben auslöschten, die einen Abgrund an Menschenverachtung offenbarte, den sich wohl niemand bis dato hatte vorstellen können. Auch der Schriftsteller Truman Capote war bewegt und verfasste nach langen Recherchen den Roman Kaltblütig, in dem er die Vorgeschichte und die Tat selbst minutiös, bis heute ein Bahn brechendes Meisterwerk der Literatur. In Richard Brooks Verfilmung des Romans aus dem Jahr 1967 fanden sowohl Capotes Meisterstück als auch die reale Tat ihre kongeniale Umsetzung. Bemerkenswert ist vor allem, dass Brooks sich einem bedingungslosen Streben nach Authentizität verschrieb, um den tatsächlichen Geschehnissen gerecht werden zu können. So drehte er beispielsweise fast ausschließlich an den Originalschauplätzen des Verbrechens, unter anderem auch im Haus der Clutters, und besetzte zahlreiche Rollen mit wahren Betroffenen – so spielen etwa verschiedene Zeugen, Juroren und sogar der Henker sich selbst. Gegen den Willen von Coumbia Pictures setzte Brooks auch durch, dass die beiden Hauptrollen mit bis dato recht unbekannten Darstellern, Richard Blake und Scott Wilson, besetzt wurden.

Trotz aller Authentizität ist der Film weit davon entfernt, ein reines Dokudrama zu sein. Musik, Schnitt und Kameraarbeit sowie die dramaturgische Gestaltung genügen höchsten Ansprüchen und entwickeln einen starken Sog auf das Publikum, das sich förmlich im Zentrum des Verbrechens gefangen sieht. Durch die Vermittlung der Tathintergründe und des persönlichen Kontextes der beiden Mörder wird Kaltblütig zu einem flammenden Fanal gegen sinnlose Gewalt UND zu einem eindringlichen Plädoyer gegen die Todesstrafe. Der Film wurde für mehrere Oscars nominiert, Richard Brooks selbst vom US-amerikanischen National Board of Review als bester Regisseur mit dem NBR Award ausgezeichnet.

Ein Film nicht nur für Fans des Bio-Pics Capote, in dem die Arbeit des Schriftstellers an seinem Roman Kaltblütig eine zentrale Rolle spielt.

Kaltblütig

Die schreckliche Tat war einer der bekanntesten Morde der USA: Auf einer einsamen Farm in Kansas bringen die beiden Ex-Häftlinge Perry Smith und Dick Hickock den vermeintlich reichen Farmer Herbert W. Clutter, seine Frau und deren Sohn und Tochter um.
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