Julia X - 3D

Julia X - 3D

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ein Spielfilmdebüt im Slasher-Genre

Auch wenn sie zunächst recht nett miteinander plaudern und der Fremde (Kevin Sorbo), den sie im World Wide Web kennen gelernt hat, durchaus ein ansehnlicher Typ ist, verabschiedet sich Julia (Valerie Azlynn) doch recht rasch aus diesem Blind Date, von dem sie sich zuvor offenbar mehr versprochen hat. Doch zurück in ihrem Wagen erfährt Julia dann, dass ihre enttäuschte Verabredung keinesfalls gewillt ist, auf ihre reizende Gesellschaft zu verzichten: Der hübsche Herkules überwältigt sie, verschleppt sie in sein für Folterzwecke bestens ausgerüstetes Domizil und brandmarkt sie mit einem blutigen X als neustes Opfer für seine grausamen Spielchen. Als Julia geistesgegenwärtig entkommen kann, entspinnt sich eine groß angelegte Verfolgungsjagd durch eine malerische, einsame Vegetation, bis sich ganz allmählich abzeichnet, dass die attraktive, wendige Flüchtende nicht einfach nur entkommen will, sondern es darauf anlegt, nun ihrerseits den wahnsinnigen Serienmörder zu fangen und gemeinsam mit ihrer infantilen Schwester Jessica (Alicia Leigh Willis) zu malträtieren ...
Es ist der ironisch inszenierte Perspektivwechsel mit seinen überraschenden wie ungewöhnlichen Wendungen, der diesem Debütfilm von P.J. Pettiette innerhalb des Slasher-Genres eine gleichermaßen verzerrende wie unterhaltsame Meta-Ebene verleiht. Dabei oszilliert die Dramaturgie zwischen den deutlich, aber durchaus mitunter unorthodox installierten typischen Elementen des brutalen Horrors und kleinen, pfiffigen bis satirischen Komponenten, die allerdings ihre inhärente Heiterkeit kaum entfalten können. Es ergehen Andeutungen über die Motivationen der Protagonisten, die karikierend in die Handlung einfließen und das Bild der vagen Konfusionen komplettieren, die durch den Film vagabundieren. Diese bei Zeiten irritierende Kombination von ausführlichem Aktionismus mit für das Genre unüblichen Brüchen und Ansätzen von tiefer liegendem Konfliktpotenzial gipfelt im Verlauf der kruden Geschichte in anarchistisch anmutende Auswüchse, die am Ende in einen abgefahrenen Neubeginn münden.

Engagiert und sexy treten die Darsteller auf, ohne dass ihre Perfomance jenseits der verbalen Provokationen tatsächlich in erotische Interaktionen abgleitet, wodurch die machtvolle Position und Botschaft der Schwestern als moralische Vollstreckerinnen gestärkt wird, aus der sich die begehrliche Jessica schließlich ausklinkt. In vielerlei Hinsicht stellt Julia X, der nun in der Uncut-Version auf DVD erscheint und dessen letztlich verhinderte FSK-Freigabe kräftig diskutiert wurde, eine interessante Variante auf dem Slasher-Territorium dar, innerhalb welcher sich neben dem deutlich zelebrierten Vergnügen an obszönen Brutalitäten auch ansatzweise satirische Aspekte zeigen. Dabei gelingt es Regisseur P.J. Pettiette allerdings nur temporär, seine ambitionierten Ideen derart konsequent umzusetzen, dass ein stimmiges Gesamtkonzept entsteht, so dass Julia X einen durchaus sehenswerten, jedoch nicht ganz überzeugenden Versuch markiert, das Genre zu rocken.

Julia X - 3D

Auch wenn sie zunächst recht nett miteinander plaudern und der Fremde (Kevin Sorbo), den sie im World Wide Web kennen gelernt hat, durchaus ein ansehnlicher Typ ist, verabschiedet sich Julia (Valerie Azlynn) doch recht rasch aus diesem Blind Date, von dem sie sich zuvor offenbar mehr versprochen hat. Doch zurück in ihrem Wagen erfährt Julia dann, dass ihre enttäuschte Verabredung keinesfalls gewillt ist, auf ihre reizende Gesellschaft zu verzichten.
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