Joyride - Spritztour

Joyride - Spritztour

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Highway Horror

Als der College-Student Lewis (Paul Walker) am Telefon von seiner einstigen Schulfreundin Venna (Leelee Sobieski) erfährt, dass diese gerade ihrem Freund den Laufpass gegeben hat, wittert er seine Chance, endlich bei dem hübschen Mädchen zu landen, das er insgeheim schon lange verehrt. Er organisiert sich einen Wagen, um Venna zu einer kleinen Tour abzuholen, doch bevor er sich auf den Weg von Salt Lake City nach Colorado macht, gabelt er noch seinen Bruder Fuller (Steve Zahn) auf, der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen wird. Die beiden Brüder könnten kaum unterschiedlicher sein: Während Lewis den soliden „good guy“ verkörpert, stellt Fuller den unbekümmerten, verwegenen Wilden dar, der immer auf der Suche nach kurzweiligen Vergnügungen ist.
Unterwegs unterhält sich Fuller mit einem Funkgerät und überredet seinen zögerlichen Bruder dazu, sich mit verstellter Stimme als „Zuckerstange“ zu einem amourösen Abenteuer mit dem Trucker „Rostiger Nagel“ anzubieten, der auf den erotischen Lockruf anspringt und sich mit der vermeintlichen Dame für den Abend in einem Motel verabredet. Lewis und Fuller mieten sich im Zimmer nebenan ein, um ihren derben Schabernack vollständig auszukosten, doch als der dort zufällig gastierende Mann ganz derbe von dem ungehaltenen Trucker malträtiert wird, verkehrt sich der Spaß für sie rasch in Entsetzen. Von nun an ist ihnen der Verballhornte nämlich dicht auf der Spur, denn Fuller kann es sich bei der Weiterreise nicht verkneifen, erneut den Funk einzuschalten, wobei er wiederum an den nunmehr heftig erbosten Nagel gerät. Und damit verkehrt sich die lockere Spritztour der Brüder in einen Horrortrip um Leben und Tod …

Ein Roadmovie mit ebenso zahlreichen wie geschickt installierten Schocksequenzen ist dem US-amerikanischen Regisseur John Dahl mit Joyride – Spritztour gelungen, dessen knapp umrissene, banale Rahmenhandlung lediglich als Vehikel für die Vergnügungsfahrt der jungen Protagonisten dient, die sich in zunehmend als beunruhigende bis massiv beängstigende Flucht vor einem mysteriösen Verfolger auswächst. Die anfängliche Leichtigkeit weicht einer existenziellen Bedrohung, aus einem schalkhaften Überlegenheitsgefühl entsteht Ohnmacht, und aus diesen gleichermaßen simplen wie effektiven Wendungen entsteht ein passabler Spannungsbogen, dessen atmosphärische Unterbrechungen allerdings umso flacher gestaltet sind.

Die Ansprüche an die Darsteller sind zu Anfang des Films noch sichtbar, verfallen aber außerhalb der aktionsreichen Szenen in unnötige bis ärgerliche Floskelhaftigkeit, und die Interaktionen der jungen Figuren untereinander wirken aufgesetzt und innerhalb der Geschichte meistens schlichtweg deplatziert. Joyride – Spritztour verschenkt das Potential, einen soliden Stoff bis in alle Handlungssträge hinein auch konsequent thematisch zu verfolgen und verbleibt so als immer wieder spannender Film mit Horroreffekten letztlich doch an der überwiegend unterhaltsamen Oberfläche des einschlägigen Genres, auch wenn am Schluss noch einmal das Bemühen deutlich wird, der Geschichte eine gewisse Substanz einzuhauchen.

Joyride - Spritztour

Als der College-Student Lewis (Paul Walker) am Telefon von seiner einstigen Schulfreundin Venna (Leelee Sobieski) erfährt, dass diese gerade ihrem Freund den Laufpass gegeben hat, wittert er seine Chance, endlich bei dem hübschen Mädchen zu landen, das er insgeheim schon lange verehrt.
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