Jeder mit jedem

Jeder mit jedem

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Liebe in den 90ern

Zwar wird Jeder mit jedem als Mixtur aus American Pie und The Big Bang Theory beworben, die Ähnlichkeiten halten sich jedoch stark in Grenzen. Denn dieser Film aus dem Jahre 2008 versteht sich als durchaus freizügiges Drama, das eine Bestandsaufnahme der jungen Generation der 1990er Jahre sein will. Der Anspruch ist Breakfast Club, die Umsetzung eher Eis am Stiel.
Es ist das Jahr 1992: Die Polizisten, die Rodney King verprügelt haben, sind freigekommen und Los Angeles versinkt in Unruhen. Ein paar Jugendliche aus verschiedenen sozialen Schichten sitzen in einer Villa fest, nutzen die Gelegenheit aber, um kräftig Party zu feiern. Irgendwie muss man aus einer solchen Situation doch das Beste machen – auch wenn’s weh tut.

Der Anspruch, einen Film über die 1990er Jahre zu drehen, wird zwar von den Machern behauptet, vom Film jedoch nicht unterstützt. Die Geschichte könnte zu jeder Zeit spielen. Dass man sie im Jahre 1992 ansiedelt, ist nur schmückender Firlefanz, im Grunde aber völlig irrelevant.

So richtig kann sich Jeder mit jedem nie entscheiden, ob er nun lustig oder ernsthaft sein will – oder beides. Letzten Endes ist er weder das eine, noch das andere. Einerseits ist der Humor (SM-Sex) so überzogen, andererseits das Drama (Beinahe-Tod) so unglaubwürdig dargeboten, dass man über das eine nicht lachen und sich vom anderen nicht mitreißen lassen kann. Man kann Jeder mit jedem zugestehen, dass er sich müht, altbekannte Genre-Versatzstücke neu zu arrangieren. Aber sich nur zu mühen, ohne letztlich abzuliefern, zählt nicht als Erfolg.

Jeder mit jedem

Zwar wird „Jeder mit jedem“ als Mixtur aus „American Pie“ und „The Big Bang Theory“ beworben, die Ähnlichkeiten halten sich jedoch stark in Grenzen. Denn dieser Film aus dem Jahre 2008 versteht sich als durchaus freizügiges Drama, das eine Bestandsaufnahme der jungen Generation der 1990er Jahre sein will.
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