Jedem Kind ein Instrument - Ein Jahr mit vier Tönen

Jedem Kind ein Instrument - Ein Jahr mit vier Tönen

Eine Filmkritik von Red.

Langzeitstudie eines beachtlichen Projekts

Seit dem Jahr 2003 gibt es das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ (kurz: JeKi) nun schon. Was damals in Bochum als Kooperation zwischen der städtischen Musikschule, der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand und den Grundschulen begann und sich zuerst auf Schüler der 1. und 2. Grundschulklasse wandte, hat sich mittlerweile über das ganze Ruhrgebiet verbreitet und soll bald im gesamten Bundesgebiet Schule machen.
Die Idee, die hinter JeKi steckt, ist verblüffend einfach: Im ersten Grundschuljahr sollen Kinder spielerisch und ohne Notendruck an die Musik herangeführt werden. Ab der 2. Klasse bekommt dann jede/r Schüler/in ein Instrument anvertraut, das in den folgenden drei Jahren ein ständiger Begleiter des Kindes sein soll. Musikpädagogen und Grundschullehrer arbeiten in dieser Zeit eng zusammen, einmal in der Woche wird in der Schule gemeinsam in Kleingruppen musiziert, die Inhalte des Unterrichts werden Schritt für Schritt durch musikalische Elemente erweitert und ergänzt.

In seinem Film Jedem Kind ein Instrument – Ein Jahr mit vier Tönen begleitet der Filmemacher Oliver Rauch Motomu, Joana, Esragül und Kerem aus verschiedenen Städten des Ruhrgebiets ein Jahr lang bei ihren musikalischen Bemühungen. Wir sehen sie beim Unterricht mit Musikpädagogen, die so gar nicht von den gestrengen Lehrern früherer Zeiten an sich haben. Es geht schließlich auch darum, den Kindern Spaß am Musizieren zu vermitteln. Und ganz nebenbei bekommt man einiges mit von den sozialen Strukturen des Ruhrgebiets, von den Bedingungen, wie Kinder dort heute aufwachsen, was sie bewegt und was sie sich wünschen.

Als Film, zumal fürs Kino, ist Jedem Kind ein Instrument – Ein Jahr mit vier Tönen recht lange geraten – zumal sich etliches wiederholt und die Bilder die große Leinwand nicht immer recht auszufüllen vermögen. Man kann sich diesen Film ebenso gut, vielleicht sogar noch besser als Reportage im Fernsehenvorstellen, um rund eine halbe Stunde gekürzt. So aber ist es vor allem ein Dokument für all diejenigen, die das JeKi-Projekt begleiten – sei es als Eltern oder als Pädagogen. An den Erfolg von Rhythm Is It!, der ein ähnliches Projekt mittels geschickter Dramaturgie zu einem Überraschungserfolg der letzten Jahre werden ließ, wird Jeden Kind ein Instrument – Ein Jahr mit vier Tönen jedenfalls kaum heranreichen. Was der Initiative selbst keinen Abbruch tun sollte. Sie ist ohne jeden Zweifel ein unterstüztenswertes Projekt, dem eine hoffentliche recht große und dauerhafte Zukunft bevorsteht.

Jedem Kind ein Instrument - Ein Jahr mit vier Tönen

Seit dem Jahr 2003 gibt es das Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ (kurz: JeKi) nun schon. Was damals in Bochum als Kooperation zwischen der städtischen Musikschule, der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand und den Grundschulen begann und sich zuerst auf Schüler der 1. und 2. Grundschulklasse wandte, hat sich mittlerweile über das ganze Ruhrgebiet verbreitet und soll bald im gesamten Bundesgebiet Schule machen.
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