Jagdfieber

Jagdfieber

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Abenteuer Wildnis

Der kuschelige Grizzlybär Boog führt ein außerordentlich bequemes Leben. Denn er lebt nicht wie seine Artgenossen in der Wildnis, sondern in der Garage seiner Pflegemutter Beth, die den brummigen Gesellen aufzog. Acht Mahlzeiten am Tag, ein Kuschelbär namens Mr. Dinkelman, Fernsehen bis zum Abwinken und der Ruhm durch gelegentliche Auftritte in der „Wild-Life-Show“ haben jeglichem Jagdinstinkt den Garaus gemacht – bis eines Tages der nervige und hyperaktive Hirsch Elliot auftaucht und Boog zu einem nächtlichen Raubzug durch den Supermarkt der Stadt verführt. Erschreckt durch derart ungebührliches Verhalten ihres im Zuckerkoma liegenden Schützlings entschließt sich Beth schweren Herzens dazu, den vermeintlich Unbezähmbaren wieder auszuwildern – und den renitenten Elliot gleich dazu.
Als Boog in der Wildnis wieder erwacht, gerät er in Panik: Wie um Himmels Willen soll er hier überleben? Elliot verspricht dem aufgeregten Grizzly, ihn auf dem schnellsten Wege wieder nach Timberline in die Garage zu schaffen, doch nur, wenn sich Boog dafür einsetzt, dass der Hirsch gleich mit einziehen kann. Gemeinsam machen sich die beiden Freunde auf den Weg. Allerdings erweist es sich als wenig hilfreich, dass just in diesem Moment zur Jagdsaison geblasen wird, so dass Boog und Elliot bald mehr als gefordert sind, um die Reise gut zu überstehen und nebenbei noch den Jägern das Fürchten zu lehren. Schließlich wollen sich Boog und Elliot bei ihren neu gewonnenen Freunden für die Hilfe, die sie im Laufe ihrer Reise erhalten, auch erkenntlich zeigen…

Jagdfieber / Open Season ist der erste Filme des neu gegründeten Sony Animation Studios, das angetreten ist, um vom weiterhin wachsenden Markt für Family Entertainment mit zu profitieren. An den Animationen des neu gegründeten Sony-Studios kann man wenig herummäkeln, hier versteht es der Newbie bestens, mit den beiden etablierten Konkurrenten von Pixar und Dreamworks mitzuhalten. Problematischer ist es da schon, wenn man die Story und die Charaktere mal genauer unter die Lupe nimmt. Hier wirkt vieles von Jagdfieber / Open Season bekannt: Das beginnt mit dem Grundthema Tier gegen Mensch, das derzeit in nahezu jedem Animationsfilm auftaucht – beispielsweise in Madagascar, Der tierisch verrückte Bauernhof / The Barnyard und in Ab durch die Hecke / Over the Hedge. Ist allein schon dieses Themeneinerlei ein Armutszeugnis für die Animationsfabriken der USA, so ist es noch unverständlicher, dass auch die Stories und auftauchenden Charaktere einander frappant ähneln. Immerhin – und das ist einer der wenigen wirklichen Vorteile – muss man sich auf diese Weise nicht allzu sehr um die Moral von der Geschichte kümmern, da diese ja bereits als bekannt vorausgesetzt werden darf. Lust auf mehr macht das allerdings nicht unbedingt, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Kids selbst aufgrund der immer wieder vorgesetzten, immer gleichen Geschichten anfangen zu meutern. Schade, dass man die jüngste Zielgruppe so wenig ernst zu nehmen scheint. Doch so lange die Animationsfilme dieses Strickmusters immer noch großen Zulauf an den Kinokassen erhalten, wird sich wohl nichts ändern, so ärgerlich das auch sein mag.

Jagdfieber

Der kuschelige Grizzlybär Boog führt ein außerordentlich bequemes Leben. Denn er lebt nicht wie seine Artgenossen in der Wildnis, sondern in der Garage seiner Pflegemutter Beth, die den brummigen Gesellen aufzog.
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Meinungen
· 03.03.2007

ich finde denn film witzig und cool

supi · 07.12.2006

super witzig, super süss...muß man gesehen haben.

Kommentare

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