Jackie Brown

Jackie Brown

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ein Kultklassiker à la Tarantino

Es ist die wundervolle Pam Grier, die als ebenso aparte wie gewiefte Stewardesss Jackie Brown – eingebettet in ein fulminantes Ensemble aus Charakteren wie Samuel L. Jackson, Robert De Niro und Robert Forster – diesem Quentin-Tarantino-Film aus dem Jahre 1997 seine ganz spezifische Stimmung verleiht. Jackie Brown nach dem Roman Rum Punch von Elmore Leonard wurde seinerzeit mit einigen Nominierungen und Filmpreisen bedacht, gewann unter anderem den Silbernen Bären der Internationalen Filmfestspiele von Berlin für Samuel L. Jackson als Besten Darsteller und gilt mit seiner gleichermaßen komplexen wie pfiffigen Erzählstruktur längst als äußerst respektabler Repräsentant der einschlägigen Filmuniversen Quentin Tarantinos der 1990er Jahre.
Dieses Mal steckt sie in der Bredouille, aber kräftig: Als sie wieder einmal illegale Gelder für den mondänen Waffenhändler Ordell Robbie (Samuel L. Jackson) von Mexiko in die USA geschmuggelt hat, wird die Stewardess Jackie Brown (Pam Grier) von den Beamten Ray Nicolette (Michael Keaton) und Mark Dargus (Michael Bowen) gestellt und bearbeitet, denn diese sind natürlich vorrangig an ihrem Auftraggeber interessiert. Ordell lässt Jackie zwar vom Kautionsspezialisten Max Cherry (Robert Forster) aus der Untersuchungshaft auslösen, doch der klugen Frau Mitte vierzig ist durchaus bewusst, dass sie für den skrupellosen Waffenhändler nun zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko geworden ist, dessen er sich so rasch wie möglich zu entledigen trachtet.

Zwischen dem souveränen, älteren Max und der attraktiven Jackie, die nun plant, noch einmal alles auf eine Karte zu setzen, kräftig abzusahnen und sich dann abzusetzen, bahnt sich eine zarte Zuneigung an, und gemeinsam hecken sie einen gewagten, doch sorgfältig ausgeklügelten Coup aus, der sowohl Ordell als auch die beiden Ermittler hinters Licht führen soll. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, wobei Ordell seinen alten Kumpel Louis Gara (Robert De Niro), der gerade aus dem Knast kommt, und seine berechnende Geliebte Melanie (Bridget Fonda) ins Rennen schickt, um die große Geldübergabe zu managen. Doch nicht nur zwischen diesen beiden kommt es zu Komplikationen, als der nervöse Louis angesichts der flatterhaften Art Melanies durchdreht und sie kurzerhand erschießt ...

Das ungeheuer authentisch anmutende Spiel der illustren Akteure, die detailverliebte Geschichte sowie die abwechslungsreiche Atmosphäre zwischen sentimentalen und brachialen Komponenten, die von einem ganz zauberhaften Soundtrack mit Groove-Songs aus den 1970er Jahren flankiert wird, lassen einen spannenden, vergnüglichen und durchaus auch romantisch verbrämten Film entstehen, der vor allem im Hinblick auf die würdige Frauenfigur der Jackie Brown einiges an Charme, Coolness und Eleganz bereit hält, selbst wenn ihr das Wasser bis zum Hals steht. Die hier schnodderig auftrumphende Bridget Fonda zeigt sich von einer selten gesehenen Seite, Robert De Niro kontert als schmieriger Ganove ganz ausgezeichnet und Samuel L. Jackson gelingt die famose Stilisierung eines eiskalten Waffenhändlers enorm überzeugend, während Robert Forster den fürsorglichen, leicht aus dem Tritt geratenen Gentleman gibt, was ihm eine Oscar-Nominierung als Bester Nebendarsteller eintrug. Jackie Brown ist ein überaus unterhaltsamer, raffinierter und in seiner Stimmung unnachahmlicher Krimi, dessen desillusionierte Heldin sich tapfer und gerissen aus Sumpf ihrer Misere schleicht und sich eine zweite Chance in der Mitte ihres wechselhaften Lebens erkämpft.

Jackie Brown

Es ist die wundervolle Pam Grier, die als ebenso aparte wie gewiefte Stewardesss Jackie Brown – eingebettet in ein fulminantes Ensemble aus Charakteren wie Samuel L. Jackson, Robert De Niro und Robert Forster – diesem Quentin-Tarantino-Film aus dem Jahre 1997 seine ganz spezifische Stimmung verleiht.
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