Inglorious Bastards - Das Original

Inglorious Bastards - Das Original

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Burgen und Raketen

Da kündigt das ewige Regiewunderkind Quentin Tarantino seit Jahren ein Remake von Enzo G. Castellaris kultigem Kriegsfilm an, und schon wird der alte Wein in – zugegeben edle – neue Schläuche gefüllt. Und Inglorious Bastards ist wirklich eine echte Perle der harten Kriegsaction. Natürlich darf hier keine political correctness erwartet werden. Hier wird erst geschossen und dann gefragt, Vergewaltigung ist cool und die Deutschen sind halt scheiß Nazis und heißen (im Originalton) auch gerne Heidi und Adolf. Großartig.
Auf der Flucht vor ihrer Exekution, schlägt sich eine Gruppe von Deserteuren, Vergewaltigern und Taugenichtsen durch das umkämpfte Frankreich. Unter den fünf Männer befinden sich auch Sergeant Yeager (Bo Svenson, Kill Bill Vol. 2) und Fred (Fred Williamson, der Vietnam Veteran aus From Dusk till Dawn). Da die Jungs innerhalb der Gruppe kaum funktionieren und jeder nur an sich denkt, gibt es natürlich öfters Krach. Vor allem, als man den deutschen Deserteur Armin (Raimund Harmstorf) aufgreift (im Original heißt er Adolf). Nach einem Scharmützel mit einigen nacktbadenden SS-Blondinen, trifft der Trupp auf französischen Partisanen. Diese halten unsere Helden für einen Spezialtrupp der Army, der deutsche V2-Sprengköpfe aus einem Zug klauen soll. Blöd, dass die Spezialisten gerade von den titelgebenden Helden umgelegt wurden. Um ihre Tarnung zu wahren, halten die Inglorious Bastards die Klappe und spielen mit.

Der Vorspann gibt die Richtung vor: Grell wird es. Grell und brutal. Und dazu gibt es herrlich trashige Modellexplosionen, eine Naziburg, die gestürmt wird und einen gewaltigen Zugüberfall. Die sauber inszenierten Actionszenen erinnern nicht nur einmal an die Meilensteine Sam Peckinpahs und die markigen Oneliner suchen noch heute ihresgleichen.

Die DVD von Inglorious Bastards kommt im Gegensatz zur letzten, schickeren Auflage aus dem Hause Koch Media nicht im schönen Schuber und ohne Booklet. Auch wurde dem Fan kein Wendecover spendiert, denn das neue, ans Remake angelehnte Cover, hätte eines verdient — ohne lästiges FSK 18-Zeichen. Die DVD enthält das bekannte interessante 47 Minuten Making of und ein 40 minütiges Interview, das Tarantino mit seinem Helden Castellari führt. In den Film wurden gut 20 Minuten einst herausgeschnittene Szenen, die sich qualitativ nicht vom restaurierten Film unterscheiden, wieder eingefügt. So kommt man nicht nur in den Genuss des italienischen Originaltext (untertitelt) und vermeintlichem „perfekten Deutsch“, sondern endlich auch einen gänzlich neuen Handlungsstrang zu sehen (den erwähnten Überfall auf die Naziburg).

Inglorious Bastards - Das Original

Da kündigt das ewige Regiewunderkind Quentin Tarantino seit Jahren ein Remake von Enzo G. Castellaris kultigem Kriegsfilm an, und schon wird der alte Wein in – zugegeben edle – neue Schläuche gefüllt.
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