In This World

In This World

Eine Reise auf der Suche nach dem Glück

In This World, der Gewinner der Berlinale 2003, von Michael Winterbottom schildert die Reise der Cousins Jamal und Enayatullah aus einem Flüchtlingslager in der Nähe von Peshawar nach London. Winterbottoms Dokudrama begleitet die zwei auf ihrer Odyssey durch den Iran, die Türkei, Italien, Frankreich bis ins gelobte Land – England. Der Fortschritt ihrer Reise erschließt sich dem Zuschauer durch eine 3D-Karte, die von Zeit zu Zeit eingeblendet wird. Das mag nun ein etwas einfaches Mittel sein, um den Ort und die Zeit der Handlung zu definieren, aber Winterbottom geht es auch darum zu verdeutlichen, dass, obwohl sein Film Fiktion sein mag, er doch ganz klar auf alltäglichen Realitäten beruht. Denn jährlich begeben sich Millionen Menschen auf einen ähnlichen Weg, um am europäischem Wohlstand zu partizipieren.
Auch die Reise von Jamal und Enayatullah wird von Menschenschmugglern organisiert. In ihrem Verlauf wird immer deutlicher, dass die Cousins ein gefährliches Spiel spielen und der Einsatz ihr Leben ist. Sie schmieren Grenzbeamte in Pakistan, um ihre Reise fortsetzen zu können, werden im Iran wieder aufgehalten und zurück geschickt. Erreichen endlich doch die Türkei, schuften in einer Kellerfabrik in Istanbul bis sich die Möglichkeit ergibt ihre Flucht fortzusetzen. In einen Container gestopft, werden sie über das Mittelmeer nach Italien verfrachtet.

Winterbottom begleitet seine Hauptdarsteller lediglich mit einer Digitalkamera und grade die manchmal körnigen, groben Bilder sind es, die dem Film auch seine stärksten Momente geben. Die Überquerung der iranisch-türkischen Grenze bei Nacht, Nebel und Schneetreiben, wirkt sehr dramatisch und realistisch zugleich. Auch die albtraumhafte 40-stündige Durchquerung des Mittelmeers in einem fast luftdichten Container im Bauch einer Fähre, lässt es dem Zuschauer kalt über den Rücken laufen. Im Dunklen sind die Flüchtlinge und ihr Sterben nur zu hören. Wäre nicht die unrealistische Nähe zu Grenzbeamten oder Menschenschmugglern, könnte man tatsächlich meinen, dass es sich bei In This World um einen Dokumentarfilm handelt.

Dabei geht es Winterbottom nicht so sehr darum die Hintergründe für das Flüchtlings- und Asylelend aufzuzeigen. Schließlich erfährt der Zuschauer niemals, warum Jamal und Enayatullah eigentlich nach London wollen, scheint es doch ihrem Clan in Pakistan nicht schlecht zugehen. Der Onkel wedelt mit Geldbündeln und zu ihrem Abschied wird eine Kuh geschlachtet. Den Regisseur interessiert lediglich die menschliche Komponente einer globalen Katastrophe. Kurzum, In This World ist ein großartiger Film einer halsbrecherischen, monatelangen Reise auf der Suche nach dem Glück. Ein bewegender Versuch eines der grössten Probleme unserer Zeit auf eine menschliche Weise zu zeigen.

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In This World, der Gewinner der Berlinale 2003, von Michael Winterbottom schildert die Reise der Cousins Jamal und Enayatullah aus einem Flüchtlingslager in der Nähe von Peshawar nach London.
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