Im Bann des Jade Skorpions

Im Bann des Jade Skorpions

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Dienstag, 16. Juni 2009, 3sat, 20:15 Uhr

Dieser Woody Allen ist schon ein Phänomen: Seit rund sechzig Jahren ist der ebenso fleißige wie (zeit)geistreiche Filmemacher aus Brooklyn im Geschäft, doch seine Schaffenskraft wirkt über die Jahrzehnte hinweg ungebrochen. Mit Match Point (2005) und Vicky Cristina Barcelona (2008) verbuchte er auch in jüngster Zeit beachtliche Erfolge bei Kritik wie Publikum, und mit Whatever Works, der im April dieses Jahres beim Tribeca Film Festival uraufgeführt wurde und demnächst in die Kinos entlassen wird, ist bereits ein neues Werk am Start. Beim rasanten Ganovenstück Im Bann des Jade Skorpions von 2001 erscheint Woody Allen in der reichlich erprobten Dreierkombination als Regisseur, Drehbuchautor und unverwechselbarer Charakter vor der Kamera, der sich mit Helen Hunt so manches derbe amüsante wie auch romantische Gefecht liefert.
Seines Zeichens Detektiv bei einer Versicherung ist der akribische C. W. Briggs (Woody Allen) ein alter Hase, der seine Fälle souverän im Griff hat. Das ändert sich allerdings genau zu dem Zeitpunkt, als ihm sein Chef (Dan Aykroyd) mit der energischen Betty Ann Fitzgerald (Helen Hunt) eine neue Vorgesetzte präsentiert, die es wagt, seine bewährten Methoden zu kritisieren. Die beiden schwellen zu unnachgiebigen Kampfhähnen auf, die während der Geburtstagsfeier eines Kollegen zur Belustigung aller Anwesenden vom Magier Voltan (David Ogden Stiers) via Hypnose in ein Liebespaar verwandelt werden. Bar jeder Erinnerung an diese unfreiwillige Showeinlage steht Briggs bald darauf im Zusammenhang mit einem Juwelenraub vor einem gewaltigen Rätsel, dessen Spur zu ihm selbst zu führen scheint. Sieht er sich bereits als der gesuchte Dieb überführt und verfolgt, hilft ihm ausgerechnet Betty Ann aus der Bredouille ...

Ein herrliches, temporeiches Spektakel mit fetzigen Dialogen und ansprechendem musikalischem Groove bietet Im Bann des Jade Skorpions, der mit reichlich komischen Attacken sowie satirischen Verzerrungen auf die heitere Romantik altmodischer Kriminalkomödien verweist, in deren Stil auch die Figuren und Requisiten ausgerichtet sind. Dieser nostalgische Charme, der oftmals die Filme des hier geradezu rührend betörend erscheinenden Woody Allens prägt, verleiht auch diesem höchst unterhaltsamen Film um die Macht der Magie seine ganz besondere Note, in welcher einiges vom Flair der glanzvollen alten Tage Hollywoods mitschwingt.

Im Bann des Jade Skorpions

Dieser Woody Allen ist schon ein Phänomen: Seit rund sechzig Jahren ist der ebenso fleißige wie (zeit)geistreiche Filmemacher aus Brooklyn im Geschäft, doch seine Schaffenskraft wirkt über die Jahrzehnte hinweg ungebrochen. Mit Match Point (2005) und Vicky Cristina Barcelona (2008) verbuchte er auch in jüngster Zeit beachtliche Erfolge bei Kritik wie Publikum, und mit Whatever Works, der im April dieses Jahres beim Tribeca Film Festival uraufgeführt wurde und demnächst in die Kinos entlassen wird, ist bereits ein neues Werk am Start.
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Titel
Im Bann des Jade Skorpions
Dienstag, 16. Juni 2009, 3sat, 20:15 Uhr
Originaltitel
The Curse of the Jade Scorpion
FSK
6
Regie
Genre

Daten und Fakten

Produktionsland
Filmlänge
95 Min
DVD
Blu-Ray
VoD & Streaming
TV

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