Ilsa - The Mad Butcher

Ilsa - The Mad Butcher

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Die falsche Ilsa

„Bei Jess Franco galt auch immer der Grundsatz: Gut geklaut ist besser als schlecht erfunden“, erklärt Produzent Erwin C. Dietrich im Interview. In diesem speziellen Fall waren die Blaupausen die populären Ilsa-Filme, denn Ilsa – The Mad Butcher ist kein regulärer Teil der Reihe. In den Kinos wurde er seinerzeit als Greta – Haus ohne Männer ausgewertet.
In einem Irrenhaus in Südamerika sitzen nur Frauen ein, die von der sadistischen Anstaltsleiterin und den Wärtern gequält werden. Dr. Arcos hofft, dass die hier stattfindenden Gräuel geahndet werden können, er hat jedoch keine Beweise. Dann wendet sich eine Reporterin an ihn, die in das Irrenhaus eingeschleust werden und dort Beweise sichern will. Aber die Frau hätte nicht damit gerechnet, wie brutal Ilsas Regiment tatsächlich ist.

In den Ilsa-Kanon wurde der Film nur im amerikanischen Raum eingegliedert, im Rest der Welt setzte man auf einen eigenen Namen. Für Dietrich war das einerlei, der Film machte 1977 so oder so einen netten Reibach. Die Nähe zu Ilsa ergibt sich in erster Linie durch die Hauptdarstellerin Dyanne Thorne. Würde sie nicht die Anstaltsleiterin spielen, wäre Ilsa – The Mad Butcher auch nicht mehr als ein weiterer handelsüblicher Frauengefängnisfilm á la Franco. Passenderweise nutzt er auch dieselben Sets wie der 1976 produzierte Frauengefängnis.

Ilsa – The Mad Butcher ist einer von Francos kohärenteren Filmen, was auch daran liegen mag, dass kein Klischee dieses wenig geschmackssicheren Genres ausgelassen wird. Schmierig bis zum Extrem lässt Franco auch keine Gelegenheit aus, niederste Instinkte anzusprechen. Es gelingt Franco, aus allerlei Szenen größtmögliches Spannungspotenzial zu generieren. Er erweist sich hier als durchaus ordentlicher Routinier – das ist mehr, als man bei vielen anderen Filmen seines Lebenswerks sagen kann. Es mag aber auch daran liegen, dass er den Kamera-Zoom nicht so exzessiv einsetzt, wie üblich. Davon ab gilt aber natürlich: Ilsa – The Mad Butcher ist etwas für den – so könnte man es nennen – besonderen Geschmack. Das Ignorieren jedweder politischen Korrektheit muss man aber tolerieren.

Und Dyanne Thorne? Die kehrte 1987 der Schauspielerei den Rücken (und feierte erst 2013 mit zwei kleinen B-Filmen eine Art Comeback) und gründete 2005 den „International Science of Mind Prayer Circle“. Als ordinierte Pastorin führt sie in Las Vegas Pärchen in den Bund der Ehe – mit eher ungewöhnlichen Outdoor-Hochzeiten. Aber das ist schon was, von Ilsa getraut zu werden …

Ilsa - The Mad Butcher

„Bei Jess Franco galt auch immer der Grundsatz: Gut geklaut ist besser als schlecht erfunden“, erklärt Produzent Erwin C. Dietrich im Interview. In diesem speziellen Fall waren die Blaupausen die populären „Ilsa“-Filme, denn „Ilsa – The Mad Butcher“ ist kein regulärer Teil der Reihe. In den Kinos wurde er seinerzeit als „Greta – Haus ohne Männer“ ausgewertet.
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