Ich habe sie geliebt

Ich habe sie geliebt

Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Amour fou in Hongkong

Sind Franzosen bessere Liebhaber als andere? Mag sein, zumindest reden sie gern über die Liebe. Nicht zuletzt kommen aus Frankreich die schönsten Liebesfilme. Die Regisseurin Zabou Breitman (Claire – Se souvenir des belles choses, L’homme de sa vie) hat sich nun abermals dem berühmten Genre gewidmet und nach der gleichnamigen Romanvorlage von Anna Gavalda (Zusammen ist man weniger allein) die kurzweilige Romanze Ich habe sie geliebt gedreht.
Es ist die Liebesgeschichte aus der Perspektive eines Mannes – eingebettet in eine zweite, kleinere Geschichte. Erzählt wird sozusagen eine Geschichte in der Geschichte. Alles beginnt damit, dass Chloé (Florence Loiret Caille) von ihrem Mann verlassen worden ist. Ihr Schwiegervater Pierre (Daniel Auteuil) bringt sie und ihre beiden kleinen Töchter von Paris auf sein Landhaus in den Bergen. Weit weg von all dem Kummer und Schmerz, der durch die Distanz jedoch nicht weniger wird. Chloé ist verbittert, verzweifelt, entmutigt. Pierre versucht sie aufzumuntern – zunächst ohne Erfolg. Bis er ihr eines Nachts ein lang behütetes Geheimnis erzählt: Die Geschichte, von der einzigen Frau, die er je geliebt hat.

Die Geschichte führt uns nach Hongkong, wo der verheiratete Pierre auf einer Dienstreise einst die jüngere Mathilde (Marie-Josée Croze) kennengelernt. Sie ist Französin und arbeitet in der ehemaligen Britischen Kronkolonie als Dolmetscherin. Bei einem Meeting mit seinen chinesischen Geschäftspartnern verliebt er sich Hals über Kopf in sie, dass er dabei von einem interkulturellen Fettnäpfchen ins nächste tritt. Die Chinesen brechen das Meeting vorzeitig ab. Begründung: Ein verliebter Franzose ist gefährlich. Viel mehr Worte bedarf es nicht und die Amor fou zwischen den Beiden kommt ins Rollen. Auf einem Kuss in Hongkong folgen wilde Liebesnächte in Paris und unzählige weitere geheime Rendezvous in Hongkong und anderswo auf der Welt. Pierre führt fortan jahrelang ein Doppelleben zwischen seiner Familie und seiner Geliebten.

Der Film kehrt immer wieder aus Hongkong oder Paris zurück in das einsame Landhaus in den Bergen, wo Pierre auf dem Sessel neben dem Kamin sitzt und Florence tränenüberströmt seiner Geschichte lauscht. Sie erfährt alles über diese eine große Liebe, warum Pierre sich nie ganz für Mathilde entschieden hat, welche Spielregeln sie für die Affäre aufgestellt hat und wie sich die Ereignisse am Ende nur noch überstürzen.

Es sind wunderschöne Bilder und Locations, die uns Michel Amathieus Kamera da vor Augen führt: Paris, die Stadt der Liebe und Hongkong, das exotische Sehnsuchtsreiseziel des Fernen Ostens. Hotelrezeptionen, zerwühlte Betten, angetrunkene Rotweingläser – bis ins kleinste Detail gehen wir den Spuren der Liebenden nach. Man ahnt schon von Anfang an, man weiß es einfach, dass das alles keinen guten Ausgang nehmen wird. Und wenn die Geschichte von Pierre am Morgengrauen zu Ende erzählt ist, dann ist er zwar nicht erleichtert, aber Florence sieht so etwas wie einen Funken Hoffnung für sich selbst. Vielleicht für einen Neuanfang?

Anna Gavaldas gleichnamiger Bestseller und Debütroman wurde in Frankreich seinerzeit unisono in höchsten Tönen gelobt. Hierzulande waren sich die Kritiker uneinig. Während einige die schnelle und genaue Prosa lobten, beklagten sich andere über grotesk aufgeblasene Banalitäten, oberflächige Plaudereien und eine dürre Sprache. Das Kino sucht seinen eigenen Weg. Auch wenn die Grundlage banal sein mag, schöne Bilder hat Zabou Breitman allemal dafür gefunden.

Liebesgeschichten, die keine Chance haben, sind eigentlich die interessantesten und bieten guten Stoff für eine Verfilmung. Nur bergen sie eben auch die Gefahr, dass sie ziemlich vorhersehbar sind. Wir kennen des Schema F, erwarten es und genauso stellt es sich auch ein. Und das ist bei diesem Film nicht anders. Der Film macht Freude von der ersten bis zur letzten Minute, aber man wird das Gefühl nicht los, das nicht alles schon mal gesehen zu haben. Kino muss nicht immer originell sein und jedes Mal was Neues hervorbringen. Wer das nicht erwartet, wird mit diesem Film seine Freude haben.

Ich habe sie geliebt

Sind Franzosen bessere Liebhaber als andere? Mag sein, zumindest reden sie gern über die Liebe. Nicht zuletzt kommen aus Frankreich die schönsten Liebesfilme. Die Regisseurin Zabou Breitman (Claire – Se souvenir des belles choses, L’homme de sa vie) hat sich nun abermals dem berühmten Genre gewidmet und nach der gleichnamigen Romanvorlage von Anna Gavalda (Zusammen ist man weniger allein) die kurzweilige Romanze Ich habe sie geliebt gedreht.
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Meinungen
Catharina · 09.08.2009

Ergeifend ehrlich-Wahrheit und Realität schön verpackt!Der Sohn bekommt dieselbe Aufgabe gestellt wie sein Vater, aber er unterbricht die Kette und somit auch das Schweigen seines Varters...

einsamer Wolf · 04.08.2009

Wer ähnliches erlebt hat, weiß wie dicht der Film an einer Wahrheit sein kann.
Großartig! Typisch französisch!

Snacki · 23.06.2009

eine leidenschaft, die leiden schaft. sehr persönlich inszeniert, nahegehend, nachvollziehbar. ich mochte auch daniel auteuil in der rolle sehr, marie-josée croze ebenso glaubwürdig wie in SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE. der zumeist melancholische, düstere unterton, wie liebe hier "begriffen" wird, verkehrt sich nicht ins gegenteil, der eher ernste look hält den betrachter nicht davon ab, selbst über den sinn und unsinn der liebe als unordentliches gefühl zu reflektieren. elegant, berührend, sehr französisch ...!

Jasmin G · 12.05.2009

Der Film geht noch mehr unter die Haut als das Buch. Nur zu empfehlen !!!

Kommentare

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Sterne
Anzahl
5 Sterne15
4 Sterne12
3 Sterne2
2 Sterne2
1 Stern7
Titel
Ich habe sie geliebt
Amour fou in Hongkong
Originaltitel
Je l'aimais
Startdatum
FSK
6

Daten und Fakten

Produktionsland
Filmlänge
99 Min
Filmverleih
DVD
Veröffentlichung
Spielzeit DVD
111 Min
Bildformat
16:9
Sprache(n) & Ton
Dolby Digital 5.1 DTS, Deztsch, DD 5.1, Französisch
Extras
Making Of, Interview mit Daniel Auteuil, Trailer
Blu-Ray
VoD & Streaming
TV

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