I Dreamt Under the Water

I Dreamt Under the Water

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Intensive Verstrickungen um Verzweiflung, Drogen und Sex bietet dieses Spielfilm-Debüt des französischen Filmemachers Hormoz, der seine Geschichte einer physischen wie psychischen Odyssee in einem so wenig bekannten, zwielichtigen Paris verortet hat. In I Dreamt Under the Water erscheint die gewöhnlich als romantisch verschriene Weltstadt an der Seine einem unerbittlichen Moloch gleich, dessen grausiger Faszination der tragische Protagonist zusehends verfällt.
Der junge Antonin (Hubert Benhamdine) ist ein hübscher Kerl, dessen Lebensfluss durch die ohnmächtige Trauer um seinen geliebten Freund Alex (Franck Victor), den er eines Nachts auf der Toilette eines Clubs tot auffindet, ganz gewaltig ins Stocken gerät. Obwohl Alex dessen erotische Empfindungen nicht erwidert hat, stellte er für den bisexuellen Antonin doch die ganz große Liebe dar, ohne die er sein Dasein in die Niederungen der Betäubung und Verwirrtheit abgleiten lässt.

Von nun an treibt sich Antonin haltlos im obszönen Milieu herum, ergeht sich in sexuellen und anderen rauschhaften Exzessen, die ihn an den Rand eines augenscheinlich herbeigesehnten Wahnsinns schleudern. Sein verschwenderisches Gebaren, hinter dem seine Persönlichkeit immer deutlicher verschwindet, gleicht einem emotionalen Suizid, bis er einer Frau begegnet, die ihn berührt und die vage Verheißung seiner Rettung ausstrahlt: Juliette (Caroline Ducey).

Es ist eine Art greller visueller Trip mit zärtlichen Zwischentönen, zu dem Regisseur Hormoz sein Publikum einlädt, der ebenso farbenprächtig wie bildgewaltig daherkommt. Ganz offensiv werden hier die Abgründe der urbanen Gesellschaft sowie jene der menschlichen Psyche eingefangen, schonunglos mitunter, für die Protagonisten wie für den Zuschauer. Dass die Atmosphäre dennoch bei Zeiten Wohlgefühle zu transportieren vermag, zählt sicherlich zu den Stärken des Films.

I Dreamt Under the Water weist die provozierende Frische eines ambitionierten und sorgfältig inszenierten Debüts mit künstlerischem Anspruch auf, das gelegentlich allzu streng konstruiert anmutet. Regisseur Hormoz hatte den Stoff, den er gemeinsam mit seinem Koautoren Philippe Arrizabalaga verfasste, bereits 2005 mit gleicher Besetzung der Hauptfiguren als Kurzfilm inszeniert, der nun als abendfüllender Spielfilm auf Französisch mit deutschen Untertiteln gezeigt wird.

I Dreamt Under the Water

Intensive Verstrickungen um Verzweiflung, Drogen und Sex bietet dieses Spielfilm-Debüt des französischen Filmemachers Hormoz, der seine Geschichte einer physischen wie psychischen Odyssee in einem so wenig bekannten, zwielichtigen Paris verortet hat.
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