Hot Tub Time Machine 2

Hot Tub Time Machine 2

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Wer hat an der Uhr gedreht?

2010 war Hot Tub so etwas wie ein kleiner Überraschungserfolg. Eine total verrückte Komödie, die ein wildes Sci-Fi-Konzept nahm und zurück in die 1980er Jahre führte, mit all dem, was das Jahrzehnt so toll, aber auch so schrecklich machte. Fünf Jahre später kommt das Sequel, auf das kein Mensch gewartet hat, das dafür aber noch schriller und unausgeglichener ist – und mächtig Spaß macht.
Lou (Rob Corddry) und Nick (Craig Robinson) haben den Ausflug in die Vergangenheit genutzt und sind in der Gegenwart reich. Der eine hat das Internet-Unternehmen Lougle gegründet, der andere ist mit Songs erfolgreich geworden, die erst viel später von anderen Künstlern erschaffen wurden. Auf einer Party, auf der Lous entfremdeter Sohn Jacob (Clark Duke) auch zugegen ist, wird Lou angeschossen – voll in die Eier. Jacob und Nick zerren ihn zum Whirlpool. Eine Zeitreise in die Vergangenheit soll Lou retten, aber man landet in der Zukunft. Im Jahr 2025 suchen die drei nun nach Lous Mörder, der aus der Zukunft sein muss, um so ihre Gegenwart, die jetzige Vergangenheit zu retten. Ja, so ähnlich wie Terminator, nur schräger und mit mehr zotigen Gags.

Wer den ersten Teil gesehen hat und nun etwas anderes als absoluten Schwachsinn erwartet, dem ist nicht mehr zu helfen. Hot Tub Time Machine 2 bietet genau das, was bei einer Prämisse wie dieser einfach nur kommen kann. Ein Nichts an Geschichte fungiert als Aufhänger für eine Nummernrevue abstruser Gags, die mehr als einmal unter die Gürtellinie gehen und noch häufiger schlichtweg improvisiert wirken. Letzteres vor allem, weil viele Szenen über Gebühr strapaziert werden. Es gibt einen Gag – und dann wird er innerhalb von ein, zwei Minuten noch mehrmals durchexerziert. Weniger wäre hier mehr gewesen, aber was soll man sich beschweren? Unterm Strich ist das alles schon recht spaßig, wenn man bereit ist, sich auf das Niveau herabzulassen.

Dann fühlt man sich auch in einem Film zuhause, der Reality-TV-Shows schon fast auf Running Man-Level bringt, intelligente, autarke und fühlende (Killer-)Autos hat und mit Tablets aufwarten kann, die das Onanieren deutlich erleichtern. Schöne neue Welt, diese Zukunft.

Das alles ist witzig, wenn auch nicht so witzig wie das amüsante Abfeiern der 1980er Jahre im Vorgänger. Corddry und Robinson heizen sich gegenseitig auf, und das so sehr, dass man John Cusack gar nicht vermisst. Der wurde nach eigenen Angaben gar nicht gefragt, ob er im Sequel mitspielen wollen würde, was vor allem daran liegen dürfte, dass das Budget mehr als halbiert wurde. Für ein Cameo hat es aber gereicht – mehr oder weniger.

Im Kino ist dieses nämlich nicht zu sehen. Nur in der Unrated-Fassung, die in den USA bereits auf DVD vorliegt, taucht er am Ende kurz auf. Da ist es ein echter What-the-Fuck-Moment, der auch gleich noch ein Sequel vorbereitet. Mangels Erfolgs an der Kinokasse dürfte es das aber wohl nicht mehr geben.

Hot Tub Time Machine 2 ist im Grunde ein Party-Film. Richtig schrecklich, doch das weiß man schon, bevor man sich entscheidet, ihn zu sehen. Erfreulicherweise aber auch richtig lustig. Wer den ersten Teil mochte, ist bei diesem Trip zurück in die Zukunft gut aufgehoben.

Hot Tub Time Machine 2

2010 war "Hot Tub" so etwas wie ein kleiner Überraschungserfolg. Eine total verrückte Komödie, die ein wildes Sci-Fi-Konzept nahm und zurück in die 1980er Jahre führte, mit all dem, was das Jahrzehnt so toll, aber auch so schrecklich machte. Fünf Jahre später kommt das Sequel, auf das kein Mensch gewartet hat, das dafür aber noch schriller und unausgeglichener ist – und mächtig Spaß macht.
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